Lokalsport : Blau-Weiss "will kämpfen"

Mit freiem Eintritt will Blau-Weiss Neuss möglichst viele Fans anlocken, die das Team am Samstag ab 13 Uhr im Kampf um den Klassenerhalt gegen GW Mannheim unterstützen sollen. Marcel Granollers schied am Donnerstag in Vigo aus.

Nur noch vier Einzel und zwei Doppel trennen die Tennis-Bundesliga vom Saisonende — und den TC Blau-Weiss Neuss vom Happy-End des Klassenerhalts oder dem Debakel des Abstiegs. Für die Partie gegen den fünfmaligen Deutschen Meister TK Grün-Weiss Mannheim morgen ab 13 Uhr hat der Tabellendrittletzte, den nur ein einziger Matchpunkt von einem Abstiegsplatz trennt, die Devise ausgegeben: "Wir kämpfen!"

Damit ihre Spieler das möglichst nicht allein tun, hat sich die Klubführung entschlossen, zum letzten Saisonheimspiel freien Eintritt zu gewähren — möglichst viele Anhänger der bislang nicht gerade vom Zuschauerzuspruch verwöhnten Neusser sollen Blau-Weiss zum Klassenerhalt klatschen.

Unterstützung, die der Bundesliga-Rekordmeister (zehn Titel zwischen 1983 und 1994) gut gebrauchen kann. Besonders dann, wenn sich die Hoffnung, Marcel Granollers einsetzen zu können, nicht erfüllen sollte. Der Spanier, derzeit auf Position 92 der ATP-Weltrangliste, war am Donnerstag noch beim Challenger-Turnier im spanischen Vigo im Einsatz, wo er an Position eins gesetzt, in der dritten Runde am späten Abend seinem Landsmann Pablo Andujar (spielt in der Bundesliga für den Rochusclub Düsseldorf) mit 2:6, 7:6, 3:6 unterlag.

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Sollte der 23-Jährige, der in der Bundesliga bislang bei zwei Einsätzen zwei Niederlagen (am Sonntag 2:6, 4:6 gegen Evgeny Korolev/Rochusclub Düsseldorf, eine Woche zuvor 2:6, 6:7 gegen Eric Prodon/Espelkamp) hinnehmen musste, rechtzeitig bis zum Spielbeginn am Samstag um 13 Uhr an der Jahnstraße eintreffen, steigen die Neusser Chancen.

Denn die Gäste aus Mannheim kommen ohne ihre Top-Spieler Jürgen Melzer, Janko Tipsarevic, Björn Phau und Benjamin Becker an die Jahnstraße gereist, wo sie heute noch trainieren wollen. Doch mit Denis Gremelmayer (ATP 165), Benedikt Dorsch (ATP 166), Simon Stadler (ATP 230) und Marc Lopez (ATP 306) schickt Teamchef Gerald Marzenell ein Aufgebot auf die Neusser Asche, das zumindest nicht viel schwächer erscheint als die angekündigte Neusser Formation mit Granollers, dem bislang in dieser Bundesliga-Saison noch nicht eingesetzten Flavio Cipolla (ATP 118), Tomas Tenconi (ATP 157), Jesse Huta-Galung (ATP 238) und Matwe Middelkoop (ATP 289).

Allerdings ist Benedikt Dorsch noch angeschlagen, "ich weiß nicht, ob wir es riskieren, ihn einzusetzen", sagt Marzenell. Für diesen Fall hat er noch den Rumänen Adrian Cruciat (ATP 316) und den bereits 34 Jahre alten Marcello Craca in der Hinterhand, der zwar keine Turniere mehr spielt, "aber in unserer zweiten Mannschaft, die gerade badischer Meister geworden ist, kein Spiel verloren hat", sagt Marzenell. Dorsch, Cruciat und Craca haben allerdings in dieser Saison noch kein Bundesliga-Spiel für die Mannheimer Grün-Weissen bestritten.

Interessant ist der Blick auf die bisherigen Einzelbilanzen: Gremelmayer hat bei drei Einsätzen zwei Siege, Stadler eine ausgeglichene 1:1-Bilanz, Lopez vier Mal gewonnen und zwei Mal verloren. Auf Neusser Seite liest sich das so: Marcel Granollers 0:2, Jesse Huta-Galung 3:3, Tomas Tenconi 1:4, Matwe Middelkoop 0:3.

"Das Spiel ist völlig offen, es wird auf jeden Fall einen großen Kampf geben", ist Marzenell überzeugt. Sein Neusser Pendant Lutz Steinhöfel umreisst die Zielsetzung lapidar mit: "Wir hoffen, mit einem Sieg den Klassenerhalt zu sichern". Wobei der Sieg möglichst hoch ausfallen muss, um nicht auf Schützenhilfe aus Bremerhaven angewiesen zu sein.

(RP)