Basketball : Die Show der Elephants

Einen Tag nach der 71:79-Ligapleite in Sechtem nutzten die Basketballer aus Grevenbroich im WBV-Pokal die Möglichkeit, sich mit einem 108:85-Sieg über Willich zurück in die Herzen ihrer Anhänger zu spielen.

Gustorf Sicher, das Ergebnis fiel mit 108:85 (Halbzeit 55:35) standesgemäß aus, doch ein normales Match war das Duell der NEW Energie Elephants mit den Willich Wildcats in der zweiten Runde um den Pokal des Westdeutschen Basketballverbandes (WBV) ganz und gar nicht.

Noch bis April hatten die Grevenbroicher Akteure Simon Bennett, Josip Rimac, Raed Mostafa und Fabian Kamphausen das Trikot der Wildkatzen getragen. "Wir kennen die Jungs aus Willich besser als unsere Spieler", gibt der im Frühjahr ebenso wie sein Co-Trainer Martin Esters an die Erft gewechselte Chefcoach Hartmut Oehmen zu. "Mein Kader aus der vergangenen Saison war komplett in der Halle — entweder in unserer Mannschaft, beim Gegner oder unter den mehr als 200 Zuschauern." Selbst Swafford, neben Powe zweiter US-Boy im Team der Gäste, hat schon unter Oehmnen gespielt, war eine ganz entscheidende Figur beim Aufstieg der Wildcats in die Regionalliga.

Nach dem freiwilligen Rückzug aus dem Oberhaus des WBV spielt Willich nur noch in der Landesliga, kann sich darum den Luxus leisten, gleich zwei relativ preiswerte Importe aus Übersee zu beschäftigen. Eine echte Chance hatte die Truppe trotz Swaffords 21 Punkten natürlich nicht.

Die Hausherren waren ohne "Rebound-Maschine" (Oehmen) Patrick Schiele angetreten. Nach seinem üblen Sturz am Samstag in Sechtem hatte der Flügelspieler die Nacht im Krankenhaus verbracht, wo ihm unter Vollnarkose die Schulter eingerenkt worden war. Mit einer Kernspintomographie muss nun geklärt werden, ob der Bandapparat nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Da sich auch Bastian Becker schon in der dritten Minute mit einer Blessur am Oberschenkel verabschiedete, nutzten die Gastgeber die Gunst der Stunde, um ihren Spielern aus dem zweiten Glied zu neuem Selbstvertrauen zu verhelfen. Vor allem Sven Schermeng tat das in beeindruckender Manier: Der Aufbauspieler markierte im Schlussviertel 18 Punkte, davon 14 in Serie. Dazu zog er viermal erfolgreich von jenseits der Drei-Punkte-Linie ab. Für die Show war sein Kollege Tim Pierce zuständig. Der Amerikaner stopfte den Ball per Alley oop gleich viermal mit voller Wucht in den Korb.

Mächtig zu begeistern wusste das den Fußball-Nachwuchs des SV RW Elfgen. Da die knapp 20 D-Junioren allesamt ihre Vereinskluft trugen, zahlten sie und ihre Betreuer im Rahmen der Aktion "Basketball trifft Fußball" keinen Eintritt und sackten zudem den von den Elephants ausgelobten Spielball ein. "Die haben sich sogar ihre Trainingsanzüge mit Autogrammen der Spieler vollschreiben lassen", sagte Oehmen lachend. Noch besser fand er allerdings, "dass sie unbedingt wiederkommen wollen".

(NGZ/rl)