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Rhein-Kreis Neuss: Leinen los - bei der "Boot" in Düsseldorf

Rhein-Kreis Neuss : Leinen los - bei der "Boot" in Düsseldorf

Heute startet die Boot in Düsseldorf. Zu den Messeausstellern zählen sieben Unternehmen aus dem Rhein-Kreis Neuss, darunter eine Jacht-Firma aus Grevenbroich. Für sie ist die Teilnahme eine Premiere. Im Fokus: potenzielle Neukunden.

Die Wassersportmesse Boot geht in die nächste Runde: Mehr als 1800 Aussteller aus 70 Ländern stellen ab heute für neun Tage tausende Produktneuheiten in den Düsseldorfer Messehallen vor. Mit dabei sind sieben Unternehmen aus dem Rhein-Kreis Neuss, die ihre Produkte einem internationalen Publikum präsentieren und dadurch neue Kunden gewinnen wollen. Die Messe gilt als weltweit bedeutendste ihrer Art und ist für viele Unternehmen aus der Boots- und Luxusartikelbranche besonders wichtig, um auf dem Markt mitzumischen und den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern.

Torben Budde aus Neuss bezeichnet seine Teilnahme an der Messe sogar als "zwingend erforderlich": Der 39-Jährige hat sich 2008 mit seiner Firma "Yacht-Center NRW" selbstständig gemacht und seinen Betrieb Anfang vergangenen Jahres neu aufgestellt. Jetzt nimmt er zum ersten Mal an der Messe teil. Dafür greift er tief in die Tasche - aber er geht davon aus, dass es sich lohnen wird: "Für mich ist die Boot das Hauptevent in diesem Jahr. Ich hoffe auf neue Geschäfte und darauf, dass ich den Kontakt mit Kunden vertiefen kann."

Zwei Sportboote bekannter Hersteller hat er in den vergangenen Tagen nach Düsseldorf transportiert, um sie dort dem internationalen Publikum vorstellen zu können. Dabei soll es sich um mittelgroße Boote handeln, die Interessenten unter anderem durch ihr Design, ihre Raumaufteilung und ihre Fahreigenschaften überzeugen sollen. Normalerweise stehen die Boote im Grevenbroicher Ausstellungsraum des Händlers, der pro Jahr etwa 45 bis 55 von ihnen verkauft - teilweise auch gebrauchte Modelle. "In Zons betreiben wir auch eine Werft, in der Boote repariert werden", sagt Budde, zu dessen Team 15 Mitarbeiter zählen.

Ihm ist es wichtig, mit einem Klischee aufzuräumen: "Boote sind nicht unbezahlbar teuer. Ich behaupte, dass das Hobby nicht teurer sein muss als das Golfen in einem Club." So sollen gut ausgestattete Gebraucht-Boote ab 5000 Euro zu haben sein. "Nach oben hin gibt es natürlich keine Grenzen", sagt Torben Budde, der sich auf drei Bootsmarken spezialisiert hat und seit einiger Zeit beobachtet, dass die Geschäfte in der Branche anziehen. Von einem Boom mag er zwar nicht sprechen. Allerdings steigen die Verkaufszahlen seit einiger Zeit.

Mit zwei Neuheiten kommt auch die Neusser Firma "Yamaha Motors Deutschland" auf die Messe. "Wir präsentieren dort unter anderem zwei neue Außenborder mit 25 beziehungsweise 100 PS starken Motoren", kündigt Yamaha-Verkaufsleiter Thomas Schütz an. Das Unternehmen hat 1000 der insgesamt 220.000 Quadratmeter auf dem Gelände gemietet; im Fokus stehen neben den Außenbordern in verschiedenen Stärken auch Schnellboote - "Waverunner" - mit denen bis zu drei Menschen gleichzeitig übers Wasser düsen können. Eines der Yamaha-Top-Produkte: ein zehn Meter langes Aluminiumboot. "Das stellen wir ebenfalls auf der Boot vor. Es verfügt über einen 700 PS starken Motor", sagt Schütz. Yamaha Motors sei sowohl am Direktverkauf als auch an neuen Vertriebspartnern interessiert.

Ein ganz anderes Ziel will der Verein "Deutsche Gesellschaft für Schifffahrts- und Marinegeschichte" verfolgen. Die Regionalgruppe NRW hat sich bei den Messeorganisatoren angemeldet - mit dabei sein werden auch Mitglieder aus Neuss. "Uns geht es darum, auf der Messe neue Mitglieder zu gewinnen", erzählt Vereinschef Gero Hesse. Eines der Schwerpunktthemen, das 2017 auch auf wissenschaftlichen Fachtagungen erarbeitet werden soll: die Historie des Schiffbaus.

(cka)