Schmidt - wer sonst?

Der Dauersieger gewinnt den Halbmarathon zum fünften Mal in Folge – und in neuem Streckenrekord. Bei den Damen setzt sich bei ihrem Röntgenlauf-Debüt Birte Bannert aus Wuppertal durch.

Der Dauersieger gewinnt den Halbmarathon zum fünften Mal in Folge — und in neuem Streckenrekord. Bei den Damen setzt sich bei ihrem Röntgenlauf-Debüt Birte Bannert aus Wuppertal durch.

Daniel Schmidt — wer sonst? In neuem Streckenrekord — was sonst? Man ist versucht, den Halbmarathon beim Röntgenlauf als One-Man-Show zu betrachten. Aber das ist der trotz leichter zahlenmäßiger Einbußen nach wie vor beliebteste Wettbewerb des Röntgenlaufs definitiv nicht.

Gleichwohl setzte Schmidt wieder einmal Maßstäbe. Beim fünften Sieg hintereinander verbesserte der LTV-Runner seinen eigenen Streckenrekord. Nach 1.09:28 Stunden war er im Vorjahr im strömenden Regen ins Ziel gerannt. Diesmal konnten ihn die Zuschauer am Clemenshammer schon nach 1.08:31 Stunden bejubeln. Eine Fabelzeit, für die Schmidt keineswegs seine unübersehbar überragende Form, sondern vielmehr zwei Details verantwortlich machte. Erstens: "Ich habe nächste Woche Urlaub. Da habe ich Zeit zum Ausruhen, und deswegen konnte mich noch ein bisschen mehr quälen." Und zweitens: "Ich bin diesmal konsequent auf der Ideallinie gelaufen. Das macht auf der gesamten Distanz schon was aus."

Rang zwei ging an einen weiteren Remscheider, der seine Zelte aus Studiengründen inzwischen aber in Würzburg aufgeschlagen hat: Der vereinslose Philipp Zabel kam nach 1.14:27 Stunden ins Ziel, dicht gefolgt vom Lübecker Stammgast Dennis Mehlfeld (1.14:41). Tobias Balthesen, ein Freund von Daniel Schmidt und ebenfalls für die Lüttringhausener startend, wurde nach 1.17:21 Stunden Vierter.

Ganz locker kam mit Torben Kirchner ein weiterer LTV-Runner als Neunter ins Ziel. Kirchner hatte sich erst am Samstagabend entschieden, mitzulaufen. Denn dem Vizemeister im Crosslauf bei der Landesmeisterschaft der Polizei zwickte der Fuß, und er wollte eigentlich nicht den Start bei der Polizei-DM in drei Wochen riskieren. "Aber dann hab' ich mir doch noch einen Ruck gegeben." Sprach's, und setzte sich sofort aufs Fahrrad, um Arnd Bader bei seinem — letztlich vorzeitig beendeten — Ultra-Lauf zu begleiten.

Eine Überraschungssiegerin gab es bei den Damen: Birte Bannert, vereinslose Läuferin aus Wuppertal, stürmte bei ihrem Röntgenlauf-Debüt ("Es war an der Zeit, endlich mal hier zu starten") nach 1.34:00 Stunden ins Ziel. "Der letzte Anstieg war zwar richtig fies, aber insgesamt lief es besser, als ich gedacht hatte", bekannte die 38-Jährige im Ziel.

Auf Platz zwei landete die 49-jährige Vorjahressiegerin Ute Spicker (Team Essen 99; 1.37:19) vor Maria Bader-Finelli (1.37:48). Der Remscheiderin hatte so mancher den ersten Sieg zugetraut, aber der Frau von Arnd Bader machte das nichts aus: "Ich hatte mir nichts vorgenommen, aber das Rennen war sehr gut. Und außerdem bin ich eine neue persönliche Bestzeit gelaufen. Da kann man nicht meckern."

Daniel Schmidt konnte sich nur ein paar Stunden später über einen weiteren Sieg freuen: Er war als Startläufer am Erfolg der Ultra-Staffel der LTV-Runners beteiligt, die durch Michael Schmitz auf dem zweiten Drittel der Distanz und Schlussläufer Harald Wilms vervollständigt wurde. 4.04:38 Stunden benötigte das Trio schließlich — und hatte damit deutlichen Vorsprung vor TuSEM Essen und Ayyo Essen. Und das, obwohl der Chip-Wechsel von Schmidt auf Schmitz daneben ging, weil Schmidt die Zeitmessung raffiniert, aber nur schwer auflösbar in seine Schnürsenkel geknotet hatte. "Da können wir nächstes Jahr noch was gutmachen", sagte Schmidt grinsend.

(RP)