Florian Alexander Kurz aus Remscheid hat seinen ersten Song produziert

Florian Alexander Kurz wurde durch „The Voice of Germany“ bekannt : Erst die große Bühne, dann der eigene Song

Florian Alexander Kurz bringt ein Jahr nach seiner Teilnahme an der Fernsehshow „The Voice of Germany“ einen Song raus.

Er erinnert sich noch genau an jenen Moment, in dem ihn nur noch der Vorhang von der großen Bühne trennte. Hinter ihm lagen die Kindheit in Remscheid, der Schulabschluss und acht Jahre Bandmusik. Und vor ihm saßen vier Musiker, die es in ihrem Business nach ganz oben geschafft hatten, ein Riesenpublikum und unzählige Fernsehzuschauer.

„Wenn ich auf die Bühne gehe, dann geht der, der ich sonst bin. Und ein anderer kommt“, sagt Alexander Florian Kurz. Das war schon immer so – mit seiner Band, bei Soloauftritten und schließlich auch bei der TV-Show „The Voice of Germany“. Er sei eigentlich ein zurückhaltender Typ, rede nicht viel, mache lieber Musik. Aber in diesem Moment, wenn er den Bühnenvorhang hinter sich lasse, dann beginne er zu reden und zu erzählen – und fast wie von selbst zu singen. „Als ich dann zum ersten Mal auf so einer großen Bühne stand, da habe ich Blut geleckt“, erzählt er.

Dieser Moment liegt inzwischen mehr als ein Jahr zurück – die jüngste Staffel endete am vergangenen Wochenende. Florian Alexander Kurz studiert inzwischen in Düsseldorf Sport, Medien und Eventmanagement. „Mein Plan B“, sagt er. Noch lieber allerdings würde er irgendwann als Berufsmusiker auf der Bühne stehen, von seiner Stimme leben können. Und deswegen stellte sich nach „The Voice“ für den damals 17-Jährigen vor allem eine große Frage: Wie würde es weitergehen?

Er hatte Selbstvertrauen getankt, das seine Stimme verändert und stärker gemacht hatte. Er war Menschen begegnet, die wie er selbst tickten, hatte unvergessliche Wochen mit 150 anderen Musikern in einem Berliner Hotel verbracht, abends in großen Gitarrenrunden oder in der Karaokebar zusammengesessen. Und: „Ich hatte verstanden: Hinter der Musik steckt viel mehr als nur Melodie und Stimme.“

Aber er habe lernen müssen, was es bedeute, Musiker zu sein. 400, vielleicht 500 Zuschriften bekam er in den ersten Tagen nach „The Voice“ über Instagram – und er beantwortete jede einzelne. „Das war mir wichtig“, sagt er. Unter den Zuschriften fanden sich auch Anfragen von DJs und namhaften Musikern, die ihm eine Zusammenarbeit vorschlugen. „Aber das passte einfach nie“, sagt Kurz.

Denn er wusste, was er wollte: deutsche Texte und Melodien, die die Menschen berühren. „Mir fällt es viel leichter, Stimmungen rüber zu bringen, wenn ich in meiner eigenen Sprache singe“, sagt er. Und genau darum gehe es ihm. Er wolle Zuhörer in schweren, melancholischen Zeiten mit seiner Stimme begleiten. Er wolle für übersprudelndes Glück sorgen, für Momente, in denen sich Menschen in die Melodien fallen lassen können.

Es verging fast ein Jahr, bis ihn eine Whatsapp erreichte, die ihm genau diesen Weg eröffnete. Das Solinger Musiker-Duo „Jan und Jascha“ schickte eine Nachricht mit einer kleinen Melodie. „Das hat mich sofort gepackt“, sagt Florian Alexander Kurz. Dazu kam, dass die beiden Musiker für ihn keine Unbekannten waren. Er hatte sie bereits Jahre zuvor bei einem Wettbewerb kennengelernt, an dem seine Band erfolgreich teilgenommen hatte. Und nun schrieben die beiden ausgerechnet ihn an und erzählten ihm von einem Stück, das sie geschrieben hatten. „Das ist absolut meine Schiene“, erkannte der 18-Jährige, „ich wusste: Das könnte mein Song werden.“ Und er wurde es. Denn als er „Jan und Jascha“ eine Sprachnachricht zurückschickte, dem neuen Stück seine eigene Stimme lieh, da ahnten wohl auch die erfahrenen Solinger Musiker, dass daraus etwas werden könnte.

Am 25. November erscheint nun ihr Lied „Haus am Meer“. Inzwischen haben sie ein Musikvideo gedreht, sind in die Werbung eingestiegen. „Es ist ein Low-Budget-Projekt“, sagt Kurz, „und ich versuche, die Erwartungen nicht zu hoch zu stecken.“ Das sei auch nicht seine Art: Er vermeide es, Traumwelten zu bauen und die Hoffnung zu groß werden zu lassen. „Aber dieses Lied ist toll“, sagt er, „genau das, was ich immer machen wollte.“ Und deswegen wünscht er sich, dass es auch andere berührt.

Vielleicht könne es sein nächster großer Schritt werden, vielleicht auch nicht. Aber die Zusammenarbeit mit „Jan und Jascha“ habe ihn schon jetzt viel gelehrt. Über sich selbst, über die Musik und über das Songschreiben. „Ich mache weiter“, sagt Kurz, „denn ohne Musik gibt es mich nicht.“ Und dann erlaubt er sich doch kurz zu träumen – von jenem Moment, in dem das Publikum seine Lieder mitsingen kann, er auf einer Bühne vor einem Meer aus Lichtern steht, um ihn herum nichts als Musik.

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