Anklage gegen vier junge Männer aus Remscheid

Vier Remscheider wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung angeklagt : Eine verhängnisvolle Begegnung

Vier Remscheider wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung angeklagt.

Getroffen haben sie sich an einer Bushaltestelle. Von dort ging’s zum Supermarkt, und mit Alkoholischem zum „Vorglühen“ weiter zur Kirmes. Mit dem Bus sei man dann zum Alleecenter gefahren, von dort ging’s weiter zu einem benachbarten Spielplatz. Das Ziel: Ein Nachtklub, in dem man eigentlich habe weiterfeiern wollen. Und dann, auf der Bismarckstraße angelangt, trafen die vier Angeklagten auf ihr Opfer.

Der junge Mann war mit seiner Freundin unterwegs, als er in einen Streit mit der Gruppe verwickelt wurde. Anfangs will einer der Angeklagten beleidigende Worte gehört haben. Später habe die Gruppe den 25-Jährigen die Straße hoch getrieben. Der sei in Panik auf die Fahrbahn gesprungen, um einen Bus anzuhalten. Dessen Fahrer habe gehupt, angehalten und sei weitergefahren – offenbar hatte er die Situation verkannt. Danach habe das Opfer noch versucht, hilfesuchend die Türe eines Autos aufzureißen. Auch dessen Fahrer sei hupend davongefahren.

Irgendwann, so einer der vier Angeklagten, habe er dem 25-Jährigen gegenübergestanden. Der habe ein Messer aus seiner Tasche geholt und ihn damit geschlagen. Ob hier von Notwehr gesprochen werden kann, wird das Gericht klären müssen. Nach Versuchen, sich zu verteidigen, soll ein weiterer Angeklagter mit einem Teleskop-Schlagstock auf ihn eingeschlagen haben. Am Ende hatte er ein Messer im Rücken – und derjenige, der dafür verantwortlich ist, will das nicht absichtlich getan haben. Er habe einen dunklen Gegenstand vom Boden aufgehoben und damit auf das Opfer einschlagen wollen.

Zwei der vier Jungs, die auf der Anklagebank sitzen und sich wegen versuchten Totschlags und Körperverletzung verantworten müssen, sind seit der Tat am 28. April in Untersuchungshaft. Darunter ein 17-Jähriger, dem auch andere Straftaten vorgeworfen werden. Unter anderem ein Angriff mit dem Schraubenzieher am Allee-Center. Auch die drei Mitangeklagten, die zwischen 18 und 21 Jahre alt sind, sollen polizeibekannt sein. Einer der in den Zeugenstand geladenen Polizeibeamten erinnerte sich, immer wieder mit jedem der vier Angeklagten zu tun gehabt zu haben.

In der Tatnacht habe er das Opfer vor dem ADAC-Gebäude auf dem Boden liegend aufgefunden. Umstehende hätten berichtet, dass der junge Mann – schon auf dem Boden liegend – zusammengeschlagen worden sei. Eine Stunde später habe der Polizist einen der Täter festsetzen können.

Der Prozess wird fortgesetzt.