Heiligenhaus: Der Kampf um Heljensbad geht weiter.

Kampf um Heljensbad geht weiter : 2520 Unterschriften fürs Heljensbad

Die SPD hat fleißig gesammelt. Die Liste überreichte der Ortsverband nun an Bürgermeister Michael Beck.

Eigentlich wollte er ja die Unterschriften für sich sprechen lassen, aber der Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes, Ingmar Janssen, findet dann doch mehr Worte wenn es um das Thema Heljensbad geht. In den vergangenen Wochen haben die Sozialdemokraten an ihren Informationsständen mit Bürgern über das Stadtbad gesprochen und bei einer Unterschriftenaktion insgesamt 2520 Signaturen (davon 1769 von Heiligenhauser Bürgern) für den Erhalt des Bades am jetzigen Standort zusammen getragen. Am Dienstagabend konnten sie einen gut gefüllten Aktenordner mit den Unterschriften an Bürgermeister Michael Beck überreichen.

„1000 weitere Stimmen haben sich über eine Online-Aktion für den Erhalt des Bades ausgesprochen“, sagt Janssen, der sich freut, dass auch viele Bürger aus dem Umkreis teilgenommen haben, aus Velbert, Ratingen und Düsseldorf. In den Bürgergesprächen sei auch deutlich geworden, dass sich die Bürger zum Beispiel eine verbesserte Gastronomie wünschen und einen „tollen Spielebereich“. Bei der Unterschriftenübergabe schaute Janssen dabei auch auf eine Historie zurück, in der das Bad schon mehrfach kurz vor der Schließung stand.

Von einer Schließung spricht derzeit zwar niemand, aber immer noch herrscht bei den Bürgern Verunsicherung über die Zukunft des Bades. Einzig, dass die Selbecker Straße weiterhin Adresse bleiben soll, scheint derzeit höchst wahrscheinlich. Die CDU nimmt von ihrem Standortvorschlag des Bundeswehrgeländes an der Talburgstraße Abstand. Ein Lenkungskreis wurde aktuell eingerichtet, um das Verfahren besser steuern zu können. Die Anzahl der Unterschriften - wenngleich sie auch noch kein formelles Votum wie ein Bürgerbegehren nach sich zieht - ist nun ein deutliches Signal in Richtung Politik und Verwaltung. Eine beeindruckende Zahl, findet auch Bürgermeister Beck, der am Dienstagabend die Unterschriften entgegen nahm. „Wir wollen keine Ängste schüren“, hebt der Bürgermeister hervor und erklärt, dass man derzeit noch im Diskussionsprozess sei, um dann mit einen Vorschlag über eine denkbare Struktur an die Öffentlichkeit gehen will. „Schließlich soll ein Bad entwickelt werden, dass bis zu 30 Jahre Bestand haben und eine möglichst große Nutzergruppe ansprechen soll.“ Und das natürlich finanzierbar.

Aber auch wenn der Bürgermeister betont, man habe an einem erweiterten runden Tisch Vertreter vieler Nutzergruppen in die Ideenfindung involviert, die Öffentlichkeit fühlt sich im nun bereits zweijährigen Entwicklungssprozess außen vor. Aus dem Arbeitskreis dringt seit seiner Gründung nur wenig an die Öffentlichkeit. Das führte dazu, dass sich sogar die Parteien gezwungen sahen, jeweils in eigenen Informations-Aktionen an die Bürger heranzutreten. Mit ihren Unterschriften machen die Bürger nun deutlich, dass sie mehr Transparenz fordern - schließlich sind sie die (potenziellen) Nutzer.

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