Ratingen: SPD Homberg kämpft weiter um ein Jugendzentrum

SPD Homberg kämpft weiter um ein Jugendzentrum: Neuer Anlauf fürs Jugendzentrum

Rat beschließt Kostenaufstellung für eine städtische Einrichtung in Homberg. Das Jugendamt bleibt skeptisch.

Dieser Ratsbeschluss  sei „ein Schritt in Richtung Jugendzentrum“,  so SPD-Fraktionschef Christian Wiglow. Beschlossen wurde eine Kostenaufstellung für die Umgestaltung und den Umbau des ehemaligen katholischen Gemeindezentrums in Homberg in ein Jugendzentrum.

Diese Kostenaufstellung soll den Kosten des Lutherhauses gegenübergestellt werden. Um ein Jugendzentrum in Homberg Süd wird seit vielen Jahren vor allem von der SPD gekämpft. Bislang vergeblich. Das Jugendamt verweist dagegen auf die bestehenden Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Calvinhaus, Lutherhaus und im Homberger Treff und sorgt sich um die bisherige Vernetzung der Akteure, sollte ein Jugendzentrum eingerichtet werden.

Nach einer ablehnenden Vorlage der Verwaltung zum SPD-Antrag im März sieht Wiglow nun „eine klare Perspektive, in Homberg ein Jugendzentrum schaffen zu können. Dabei kann die SPD-Fraktion auch nicht der Argumentation der Verwaltung folgen, dass das jetzt weiterentwickelte Angebot ausreichend sei. Wiglow: „Da Homberg kein ,richtiges’ Jugendzentrum hat, ist die Nutzung der bestehenden Angebote auch nicht allein Indikator für den Bedarf. Homberg hat im Vergleich zu anderen Jugendzentren ein sehr geringes Budget und dementsprechend auch nur sehr niederschwellige Angebote. Wenn diese Angebote doch so gut genutzt werden, wie würde die Nutzung erst aussehen, wenn mit anderen Jugendzentren vergleichbare Angebote geschaffen würden?“

Der Bedarf sei da. In Homberg und Schwarzbach lebten sogar etwas mehr junge Menschen im Alter von sechs bis 21 Jahre als in Tiefenbroich.

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Der Anspruch der SPD an die Jugendarbeit sei, „dass sie ortsnah, kompetent und dauerhaft gesichert ist. Dieses setzt eine städtische Einrichtung voraus“. Das „Café du Nord“ sei „eine gute Übergangslösung auf dem Weg dorthin“. Um auch für junge Familien attraktiv zu sein, muss Ratingen in seine Infrastruktur für Kinder und Jugendliche investieren. Kindertagesplätze allein reichten nicht, denn Ratingen sei gut beraten, auch in Jugendliche zu investieren, und zwar in allen Stadtteilen.

Die SPD erwartet nach Wiglows Angaben eine zügige Umsetzung des Ratsauftrages und wird an diesem Thema dran bleiben. „Denn bei dem Widerstand der Verwaltung gilt es, dicke Bretter zu bohren“, so der Politiker.

Derweil leidet das bestehende Angebot offenbar unter Personalmangel, das Jugendamt will aufstocken. Das Team, das in Homberg gemeinsam Jugendarbeit gestaltet, bestehe aus drei Kooperationspartnern: der Jugendreferent der evangelischen Kirchengemeinde als kirchlicher Mitarbeiter und als städtische Honorarkraft, der städtische Streetworker sowie vier bis sechs weitere städtische Honorarkräfte. „Diese gute und thematisch orientierte Vernetzung der an Jugendarbeit interessierten Kooperationspartner vor Ort“ führe immer wieder zu guten Synergieeffekten. Und: „Die Kontinuität und Verbundenheit der Personen mit dem Stadtteil ist Initiator und tragende Säule für die bedarfsgerechte Entwicklung der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil.“ Eine Leitung für die Angebote gebe es aber vor Ort bisher nicht, so das Jugendamt.

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