Ratingen Gemeinsam helfen

Düsseldorf · Seit dem Jahr 2004 gibt es in Ratingen die Demenzinitiative. Der Zusammenschluss aus Verbänden, Seniorentreffs, Kirchengemeinden und Ehrenamtlichen lud jetzt erneut zu einem "Aktionstag aller Demenzcafés" ein – mit Erfolg.

"Gefühle werden nicht dement. Vielmehr sind es die kognitiven Fähigkeiten, die verloren gehen", sagt Wolfgang Lammermann vom St.-Marien-Seniorentreff. Er spielt damit auf die Tatsache an, dass die Betroffenen oftmals voller Scham und Scheu sind, wenn sie bei sich erste Anzeichen einer Demenzerkrankung feststellen. "Leider. Denn gerade das frühzeitige Erkennen und Handeln kann den Krankheitsverlauf hinauszögern."

Aufklärung ist einer der Gründe, warum es seit dem Jahr 2004 in Ratingen die Demenzinitiative gibt. Dieser Zusammenschluss aus Ratinger Verbänden, Seniorentreffs, Kirchengemeinden, Einrichtungen sowie vielen Ehrenamtlichen lud jetzt erneut zu einem "Aktionstag aller Demenzcafés" in der Wallpassage ein. Jenem Ort, wo sich seit 2005 das Herzstück sämtlicher Aktivitäten befindet – der eigene "Laden".

Hildegard Heinrich ist die Projektkoordinatorin vor Ort und steht erneut mit vielen anderen engagierten Kollegen Rede und Antwort. "Die Öffentlichkeitsarbeit ist bei uns das A und O", sagt sie. "Wir merken sofort einen stärkeren Andrang. Auch heute." Damit meint sie nicht nur Familienangehörige, die durch die häusliche Konfrontation mit den erkrankten Familienmitgliedern oftmals an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen, sondern auch direkt Betroffene, die erste Anzeichen einer möglichen Erkrankung bei sich festgestellt haben.

Laut Demenzinitiative sollen es immerhin rund 1400 Personen sein, die in Ratingen an Demenz leiden. "Die Situation für die Erkrankten und Angehörigen hat sich seit unserer Gründung im Mai 2004 wesentlich verbessert", bestätigt Heinrich. Das verwundert nicht, schließlich gelang es der Initiative unter anderem, Hilfsangebote und Anbieter zu vernetzen, Informationen und das Problembewusstsein in der Bevölkerung zu erhöhen und Professionelle und Ehrenamtliche zu qualifizieren.

Diese arbeiten beispielsweise in den so genannten "Demenzcafés", deren Zahl mit der Eröffnung des Treffpunktes in Hösel auf insgesamt neun gestiegen ist. Rosemarie Roßberg leitet die neue Höseler Anlaufstelle und hat sich eigens für ihre neue Tätigkeit ausbilden lassen. "Damit wir uns auch gut um jeden Einzelnen kümmern können, ist es wichtig, nicht auf gut Glück zu erscheinen, sondern sich vorher anzumelden." Hier und da seien in den Cafés noch Plätze frei. "Sollte in dem gewünschten Stadtteil jedoch zeitweise keine Möglichkeit der Teilnahme bestehen, so versuchen wir gemeinsam, die Betroffenen in einem anderen Stadtteil unterzubringen", sagt Roßberg weiter.

Aus der Praxis erzählt die Altenpflegerin Melanie Frank, die den Treffpunkt "Die Klöntür" in Homberg leitet: "Wir arbeiten stets themenorientiert. So waren bei uns jetzt "Frühlingsblumen" mit passenden Gedichten und Liedern an der Reihe. Die meisten machen gerne mit."

(RP)