Ratingen "Jetzt sind Jüngere dran"

Düsseldorf · mit Detlef Parr. Er wurde in der vergangenen Woche als Kreisvorsitzender der Liberalen nach 22 Jahren Arbeit von Dirk Wedel abgelöst.

22 Jahre Kreisvorsitzender der FDP, lange Jahre im Bundestag - ist 2009 ein Jahr schwerer Abschiede?

Parr Ich freue mich auf einen neuen Lebensabschnitt mit neuen Herausforderungen. Insofern fallen mir die Abschiede nicht schwer. Ich bin 66 – alles zu seiner Zeit!

Können Sie sich vorstellen, wieder auf kommunaler Ebene Politik zu machen – ähnlich dem Ex-SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Hans Kraft, in beratender Funktion?

Parr Wenn Schluss ist, ist Schluss! Jetzt sind die Jüngeren dran – mit allen Konsequenzen. Wenn mein Rat gefragt ist: natürlich gerne.

Wie sehen Sie die FDP im Kreis Mettmann aufgestellt – auch rückblickend im Vergleich zu Ihren Anfängen als Kreisvorsitzender?

Parr Wie überall im Kreis hat sich die Welt auch der FDP verändert. Heute wird mir zu viel "genetzwerkelt". Mehr Sach- und Leistungsbezug wären zielführender – wie ihn mein Nachfolger Dirk Wedel verkörpert.

Sport, Gesundheit, Prävention – das sind drei Themen, für die Sie persönlich stehen. Wie werden Sie hier weiter am Ball bleiben?

Parr Nach zwölf Jahren Bundestag verfüge ich über glänzende Kontakte und Kenntnisse – für manche von besonderem Wert. Ich werde mich in diesem Rahmen weiter für eine freiheitliche Gesellschaft einsetzen.

Bezogen auf Ihre Berliner Zeit bisher: Was werten sie als Ihren größten Erfolg, was ging daneben?

Parr Nur in kurzer Aufzählung: Nichtraucherschutz ja – aber kein totales Rauchverbot. Das bleibt meine Position. Die Wahlen von Herzog, Rau und Köhler zum Bundespräsidenten zähle ich ebenfalls zu den eindeutigen Pluspunkten. Was aber auch bleibt, ist die Enttäuschung des Sportpolitikers darüber, dass es für das Anliegen "Sport ins Grundgesetz" keine Mehrheit gibt. Aber im Bereich Sport gab es auf anderen Feldern durchaus Erfolge: Erinnern Sie sich an die Mitgestaltung der Fußball WM 2006 im Aufsichtsrat der Kunst- und Kulturstiftung des deutschen Fußballbundes.

Gibt es schon private Pläne für die Zeit "nach der Politik"?

Parr Ich möchte das Private frei von Zwängen genießen und endlich wieder mein eigener Herr sein – mit Familie und Freunden und im Ehrenamt, wenn es menschlich passt.

Paul Köhnes stellte die Fragen.

(RP)