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Radevormwald: Wie Selbstständige die Krise meistern

Corona-Krise in Radevormwald : Wie Selbstständige die Krise meistern

Die Unternehmer in Radevormwald stellen sich der Corona-Krise. Die Sofort-Hilfen helfen, aber nur kurzfristig.

Die Corona-Krise hat besonders Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen hart getroffen. Je nach Branche müssen sich die Selbstständigen schon nach wenigen Wochen ohne Umsatz um ihre Existenz sorgen. Die Sofort-Hilfen für Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer und Freiberufler konnten zum ersten Mal Ende März beantragt werden. Die schnelle Auszahlung der Soforthilfe musste allerdings nach einigen Tagen eingestellt werden, nachdem Betrüger Daten abgegriffen hatten. Die Landesregierung hat die Möglichkeit zur Antragsstellung am 17. April wieder freigegeben und auch die Auszahlung bereits bewilligter Anträge wieder aufgenommen.

Viele Selbstständige aus Radevormwald haben die NRW-Soforthilfe in Anspruch genommen und versuchen aktuell die Corona-Krise zu überstehen.

Caroline Gras ist die Inhaberin des Kosmetik- und Fußpflegestudios „Jolie“ in der Bredderstraße und wartet auf die Auszahlung ihrer Sofort-Hilfe. „Ich habe den Bewilligungsbescheid bekommen, aber warte im Moment noch auf die Auszahlung meiner Sofort-Hilfe. Im Moment decke ich die laufenden Kosten mit Ersparnissen“, sagt sie. Die Kosmetikerin hatte ihren Antrag zur Sofort-Hilfe nicht am ersten Tag gestellt, sondern eine halbe Woche später. „Ich habe mich erst gut informiert und mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Selbstständigen, die am ersten Tag Sofort-Hilfe beantragt haben, haben das Geld nach wenigen Tagen bekommen.“

Als Caroline Gras ihr Kosmetikstudio am 20. März geschlossen hat, blickte sie einer ungewissen Zukunft entgegen. „Natürlich möchte ich schnell weiterarbeiten, aber natürlich will ich auch mich und meine Kunden schützen“, sagt sie. Wenige Einnahmen hat Caroline Gras im Moment noch über einen Online-Shop, die allerdings nicht ausreichen. „Ich habe das Glück, dass mein Kosmetikstudio in den vergangenen Jahren gut lief und ich Reserven habe. Noch bin ich zahlungsfähig, aber dieser Zeitraum ist auch absehbar“, sagt die Selbständige, die auf eine zügige Auszahlung der Sofort-Hilfe hofft.

Auch Stefan Lörken, der das Brunch-Haus an der Kaiserstraße und einen Partyservice betreibt hat Sofort-Hilfe beantragt. „Ich habe das Geld sehr schnell bekommen und bin sehr dankbar dafür. Die Sofort-Hilfe ist aber auch problematisch, weil das Geld zum Beispiel nur für laufende Kosten verwendet werden kann und kein Lohnersatz für mich oder meine Mitarbeiter ist“, sagt der Unternehmer. Er hat die Sofort-Hilfe zum Beispiel für Miet- und Stromkosten verwendet. Seine Mitarbeiter hat er in Kurzarbeit geschickt. „Die Gastronomie leidet extrem unter der Krise. Einige Restaurants liefern zwar jetzt, aber können damit nicht die Einnahmen erzielen, die sie brauchen.“ Um seine Existenz bangt Stefan Lörken allerdings noch nicht. „Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich noch ein anderes Gewerbe habe, das gerade gut läuft. Selbstständige, die kein zweites Standbein haben, sind hart von der Pandemie getroffen“, sagt er. Stefan Lörken versucht trotz der Krise nicht auf der Stelle zu stehen, sondern sich weiterzuentwickeln. „Ich mache die Not zur Tugend und entwickle zum Beispiel neue Rezepte.“

Zu den Solo-Selbstständigen in Radevormwald gehört auch Susanne Specht. Sie betreibt ein Massage- und Yogastudio. Sofort-Hilfe hat Susanne Specht noch nicht beantragt. „Ich habe vorgesorgt und lebe jetzt von Ersparnissen, die ich eigentlich für den Fall von Krankheit zurückgelegt hatte. Die Sofort-Hilfe habe ich noch nicht beantragt, weil ich zunächst den Selbstständigen den Vortritt lassen wollte, die auf die Unterstützung angewiesen sind“, sagt Susanne Specht.