Flashmob für Senioren in Radevormwald

Internationale Aktion : Zeichen gegen den Jugendwahn gesetzt

Ältere Menschen haben an einem „Flashmob“ teilgenommen, einer überraschenden Zusammenkunft auf dem Schlossmacherplatz. Damit wollen die Senioren im Rahmen einer internationalen Aktion Lebensfreude demonstrieren.

Eine Liebeserklärung an das Leben und an die Bewegung zeigten gestern über 20 Senioren auf dem Schlossmacherplatz. Zu lauter Musik traten sie um Punkt 11 Uhr in die Mitte des Platzes und tanzten los. Grund dafür war der Weltseniorentag, der gestern in mehreren deutschen Städten gefeiert wurde.

Organisiert wurde der Rader Flashmob federführend von Kyra Springer, der hauptamtlichen Koordinatorin des Trägervereins aktiv55plus. Zusammen mit der Tanzschule „Tepels Tanztreff“ aus Remscheid und dem Sanitätshaus „Sanatent“ stellte sie kurzfristig ein kleines Fest auf die Beine.

„Ich finde die Idee hinter dem Flashmob einfach toll. Egal, wie alt man ist oder ob man körperliche Einschränkungen hat, Tanzen macht Spaß und hält jung. Wir wollen heute zeigen, wie lebensfroh Senioren seien können und die Passanten in der Innenstadt darauf aufmerksam machen, dass das Altwerden nicht nur negative Facetten hat, sondern auch ganz aufregende“, sagte Kyra Springer, die in ihrer beruflichen Laufbahn zahlreichen Senioren begegnet ist, die dank Bewegung Lebensfreude verspüren oder über einen Tanzkurs neue Freunde oder Partner kennengelernt haben. Sie selber hat für aktiv55plus in der Vergangenheit Tanznachmittage organisiert, die jedes Mal sehr gut angenommen wurden.

Begeistert von der Aktion war auch Judith Andras, Heilpraktikerin und Yogalehrerin. Wie heilsam Bewegung ist, hat sie selber schon oft erlebt. „Es werden Glücksgefühle freigesetzt und deswegen finde ich es super, dass heute Senioren gekommen sind und mittanzen.“ Zunächst zeigten die Tanzlehrer mit ihrer Seniorengruppe eine eingeübte Choreografie, danach wurden staunende Radevormwald dazu aufgefordert selber ein paar Tanzschritte einzuüben und die freudige Gruppe bei dem nächsten Tanz zu unterstützen.

Wilfried Knuf, der mit seiner Mutter zu dem Flashmob gekommen war, tanzte auch mit und erfreute sich an der ausgelassenen Stimmung. Er engagiert sich ehrenamtlich für aktiv55plus und hat sich in Rade schon oft für ein bewegtes Leben im Alter eingesetzt. „Wo getanzt wird, werden Emotionen frei und genau das wollen wir doch alle“, sagte er. Das Zeichen gegen den Jugendwahn und für Lebensfreude und Abenteuerlust im Alter hielten gestern viele Passanten auf ihren Smartphones fest. Sie lachten mit den Senioren, wunderten sich, blieben stehen oder klatschten zu dem Takt der Musik. Die Reaktionen waren genauso positiv, wie die Botschaft des Flashmobs. Kyra Springer möchte auch nächstes Jahr wieder an dem Weltseniorentag teilnehmen und hofft dann auf noch mehr Beteiligung.

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