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Neuss: Wassersportlern fehlt Klubhaus

Neuss : Wassersportlern fehlt Klubhaus

Seit 2008 steht das Konzept für das Wassersportzentrum am Sandhofsee. Was immer noch fehlt, ist das Vereinsheim als zentrales Element dieser Anlage für die Nachwuchsförderung. Die Jugend soll 2012 ans Wasser.

In diesem Jahr wird es im geplanten Wassersportzentrum am Sandhofsee keinen geregelten Trainingsbetrieb mit Jugendlichen mehr geben. Mit dieser Feststellung muss Ulrich Ziegler, Vorsitzender des Tauchsportclubs Pulchra Amphora, eine weitere Saison als verloren abhaken.

Es ist die dritte, seit die Politik das Betreiber- und Finanzierungskonzept des Tauchsportvereins billigte, der als Investor dieser Einrichtung auftritt, die jedoch von allen Wassersport treibenden Vereinen genutzt werden wird. "Das Wassersportzentrum ist mit Kaugummi behaftet", stellt Ziegler unzufrieden fest.

Seit 20 Jahren hat Sportamtsleiter Friedhelm Thissen eine Akte Wassersportzentrum im Schrank. Der Beschluss, eine solche Einrichtung vor allem mit dem Zweck der Nachwuchsförderung zu schaffen, ist sogar noch älter. Thissen hat den Ehrgeiz und die Hoffnung, diese Akte noch in seiner Amtszeit schließen zu können. Langsam jedoch wird die Zeit knapp, denn Ende Januar 2012 geht er in Pension. Aber Thissen glaubt noch an eine Einweihungsfeier mit seiner Beteiligung. "Es ist ja nicht so, dass da nichts passiert", sagt Thissen.

In der Tat: Nachdem die Baugenehmigung für das Wassersportzentrum Ende vergangenen Jahres erteilt wurde, konnten bis jetzt drei Elemente fertiggestellt werden: Die Bootshalle steht, so dass die Halterungen für die Boote und die Zwischenwände montiert werden können. Der Slipweg, über den Boote bis ans Wasser gebracht werden können, ist betoniert. Und auch die Steganlage ist eingeschwommen, berichtet Franz-Josef Schäfer als Sprecher der Arbeitsgruppe der Wassersportvereine. Was fehlt, ist das Kernstück der Anlage: Das Vereinsheim mit Duschen, Umkleide- und Schulungsräumen.

Warum damit noch nicht begonnen wurde, erklärt Ziegler mit dem Wechsel des Kreditgebers. Vor zwei Jahren hätte man das Förderprogramm des Landes für Sportstätten geprüft, damals aber seien die Konditionen schlechter gewesen als bei örtlichen Banken. Doch bei diesem Programm sei nachgebessert worden, so dass ein Kredit der NRW-Bank als bestes Finanzierungsmodell ins Auge zu fassen war.

Zumal auf einmal Posten auftauchten, von denen vorher nie gesprochen worden sei. Rigolen zum Auffangen des Wassers auf den Parkplätzen oder eine Hebeanlage zum Anschluss an die Kanalisation, nennt Ziegler Beispiele. Aber die NRW-Bank agiert wie eine Behörde, sagt Ziegler — und hofft auf Entscheidung im August.

Der Ruderverein wollte am Sandhofsee Ferienspaßaktionen anbieten, musste aber absagen, weil die Haftung bei Unfällen auf Baustellen nicht geklärt war.

(NGZ)