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Neuss: Vorsorgekampagne gegen Krebs gestartet

Neuss : Vorsorgekampagne gegen Krebs gestartet

Männer ab 55 Jahren sollen zur Darmspiegelung motiviert werden. Auch die Neusser Prominenz macht mit.

Wer am Samstag durch die Neusser Fußgängerzone flanierte, kam um das Thema Darmkrebs kaum herum. Auf einer großen Bühne mitten in der Fußgängerzone wurde die Vorsorge-Kampagne "1000 Mutige Männer für Neuss" gestartet. Dabei geht es darum, das Thema Darmspiegelung positiv zu besetzen und Männer ab 55 Jahren zur Darmspiegelung zu motivieren. Mit an Bord ist auch Neusser Prominenz. Schirmherr ist der Arzt und ehemalige Schützenkönig Dr. Hermann J. Verfürth. Zur Auftaktveranstaltung kam außerdem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Moderiert wurde die Veranstaltung von NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten.

"Noch immer ist Darmkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen", sagte Gröhe. 63 000 Menschen erkranken jährlich daran. 26 000 davon verlieren den Kampf. "Dabei gibt es gegen Darmkrebs die nachweislich zuverlässigste Vorsorgeuntersuchung überhaupt: die Darmspiegelung", so Gröhe. Daher unterstütze er die Initiative der Krebsgesellschaft und Barmer GEK, an der sich auch Neusser Mediziner, Unternehmer und Vereine beteiligen. "Mit vielen Aktionen wollen wir Darmkrebs in Neuss für das nächste halbe Jahr zu einem Thema machen", sagte Margret Schrader, Geschäftsführerin der Krebsgesellschaft in Nordrhein-Westfalen. Vorbild sind sieben andere Städte in Deutschland. Unter anderem Mönchengladbach. Dort ist nach der Aktion im März 2010 die Inanspruchnahme der Vorsorge um 20 Prozent im NRW-Vergleich gestiegen.

Zum Programm in Neuss gehören Aktionen in der Stadt und in Firmen. Auch Schützenkönig Reiner Reuß war am Samstag dabei und versprach, das Thema weiterzutragen. Zunächst gab es am Samstag aber vor allem Aufklärung zum Thema Darmspiegelung. Professor Jens Encke, Chefarzt im Johanna-Etienne-Krankenhaus, und Dr. Ali Avci, Oberarzt im Lukaskrankenhaus, standen Passanten Rede und Antwort und erklärten den Ablauf einer Darmspiegelung. "Das ist eine Sache von 20 Minuten und Dank Narkose bekommt der Patient davon nichts mit", sagte Encke. Wenn die Ärzte bei dem Eingriff verdächtige Darmpolypen finden, können sie diese sogar gleich entfernen. Ist alles in Ordnung, könne der Patient beruhigt zehn Jahre bis zur nächsten Untersuchung warten. Alexander Michalek, Geschäftsführer der Barmer GEK ergänzte: "Alle Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten."

Aus Sicht der Betroffenen warb auch Bernd Krämer von der Selbsthilfevereinigung Ilco für die Vorsorge. Ilco kümmert sich um Stromaträger und Menschen mit Darmkrebs. Unter www.mutige-maenner.de läuft nun eine Uhr mit der Anzahl der mutigen Männer, die im Rahmen der Aktion eine Darmspiegelung machen ließen.