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Rhein-Kreis Neuss: Diese Einschränkungen gelten im Corona-Risikogebiet

Corona-Maßnahmen im Rhein-Kreis Neuss : Ab Montag gilt Maskenpflicht in Fußgänger-Zonen

Die kritische 50er-Marke beim Inzidenzwert wurde am Wochenende geknackt. Damit gelten im Rhein-Kreis ab Montag verschärfte Regeln zur Eindämmung des Coronavirus. Unter anderem müssen Bürger in Fußgängerzonen nun Masken tragen. „Alleingänge“ vom Kreis gibt es nicht.

Überrascht war Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nicht, als er am Sonntagmorgen die Zahlen mitgeteilt bekam. Schließlich waren er und sein Team in Anbetracht der rasant ansteigenden Infektionen darauf eingestellt, dass der Rhein-Kreis Neuss bald den kritischen Inzidenzwert von 50 erreichen wird. Am Sonntag lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner im Kreis innerhalb der vergangenen sieben Tage bei 51,8. Petrauschke muss somit nun offiziell ein „Krisengebiet“ managen.

Bei der unschönen Bezeichnung und der knall-roten Einfärbung auf der Karte des Robert-Koch-Instituts bleibt es jedoch nicht. So hat der Kreis am Sonntag eine Allgemeinverfügung veröffentlicht, die verschärfte Maßnahmen beinhaltet und ab Montag (19.) gilt. Ein Bestandteil ist die Maskenpflicht in allen öffentlichen Außenbereichen, „in denen regelmäßig eine Unterschreitung des Mindestabstands zu erwarten ist“. Dies gelte insbesondere in Fußgängerzonen und im Bereich der Altstadt Zons.

Der Rhein-Kreis Neuss ist jetzt rot unterlegt. Foto: Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard

Eine detaillierte Karte mit eingezeichneten Maskenpflicht-Bereichen, wie sie unter anderem die Stadt Mönchengladbach veröffentlicht hat, liegt für den Rhein-Kreis noch nicht vor. Es gab laut Petrauschke zwar bereits einen entsprechenden Entwurf, letztendlich habe man sich aber gegen eine Veröffentlichung entschieden. Der Grund: Es sei kaum machbar, wirklich alle potenziell riskanten Gebiete aufzuzeigen. Petrauschkes Botschaft: „Wir gucken uns das erstmal an.“ Gegebenenfalls werde man in den kommenden Tagen mehr ins Detail gehen. Auch der Neusser Ordnungsdezernent Holger Lachmann betont: „Das Ordnungsamt der Stadt Neuss ist in Abstimmung mit dem Ordnungsamt des Rhein-Kreises Neuss, diese Bereiche zu definieren. Sobald diese feststehen, werden sie öffentlich bekanntgegeben.“

Weitere neue Einschränkungen: An Festen dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen, Veranstaltungen dürfen nur noch mit maximal 500 Personen im Freien oder 250 Gästen in Innenräumen und mit einem drei Tage zuvor angemeldeten Hygienekonzept stattfinden. Zudem ist der Betrieb von gastronomischen Einrichtungen sowie der Verkauf von Alkohol zwischen 23 und 6 Uhr verboten.

Leere Regale für Toilettenpapier in einem Supermarkt. Foto: Frank Kirschstein

Bereits am Freitag und Samstag wurden – mit einem Fokus auf Gaststätten – intensive Kontrollen auf Neusser Stadtgebiet vorgenommen. Sowohl in der Innenstadt als auch in den Außengebieten. Lachmann sagt zwar als Gesamtfazit, „dass sich der Großteil der Neusser Gewerbetreibenden an die Vorgaben hält und versucht, diese umzusetzen“, doch einige „schwarze Schafe“ seien trotzdem festgestellt worden. In einem Restaurant wurde am Wochenende zum Beispiel eine illegale Feier aufgelöst. Es spielte eine Liveband und in dem circa 80 Quadratmeter großen Raum waren laut Ordnungsamt 36 Gäste, die aßen und tranken. „Es wurden alle Personalien aufgenommen und die Veranstaltung beendet. Bußgeldverfahren wurden eingeleitet“, so Lachmann.

Die neuen Beschränkungen treffen auch Einrichtungen wie das Rheinische Landestheater. Denn generell dürfen nur noch 20 Prozent der Sitzplatzkapazitäten genutzt werden. „Im Rheinischen Landestheater wären das 84 Plätze, die Anzahl haben wir bereits im Sommer durchgespielt“, sagt Sprecher Frank-Uwe Orbons.

In einer früheren Version hieß es, dass an Festen maximal 25 Personen teilnehmen dürfen, diese Zahl ist falsch und wurde auf zehn korrigiert.