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Katholische Kirche in Neuss: Vorerst letzte Messe endet mit Quirinuslied

Katholische und evangelische Kirche in Neuss reagieren auf Coronavirus : Vorerst letzte Messe endete mit dem Quirinus-Lied

Coronakrise: Katholische Kirche sagt Gottesdienste bis Karfreitag ab. Einschnitte auch im Leben der evangelischen Gemeinden

Die Kirchen bleiben geöffnet und ein Ort der Andacht, katholische Gottesdienste aber finden – vorerst – bis Karfreitag (10. April) nicht mehr statt. Mit dieser Anordnung des Kölner Generalvikariats wurden am Samstag Oberpfarrer Guido Assmann überrumpelt. Er hatte zuvor schon eine Liste mit abzusagenden und noch geplanten Veranstaltungen aufgestellt, verschickt und zum Teil ausgehängt, dann konnte er alles auf Null zurückdrehen. „Die katholische Kirche sagt alle öffentlichen Gottesdienste ab, dazu gehören Messfeiern, Andachten, Kreuzwege, Trauergottesdienste in den Kirchen, Taufen und Hochzeiten“, sagte er am Sonntag. Die Priester berieten noch am Samstagabend in einer Krisensitzung, wie mit der neuen Situation umzugehen sei. Schlussfolgerung Nummer eins: Wer am Sonntag trotz allem zur Messe wollte, wurde nicht nur mit einem Aushang wieder weggeschickt, sondern erfuhr von der Absage vor dem Kirchenportal von „seinem“ Pfarrer. Schlussfolgerung Nummer zwei: Am Sonntag feierte der katholische Klerus gemeinsam den Gottesdienst, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In ähnlich kleinem Rahmen wird fortan täglich die Messe gelesen, damit die Gebetsanliegen der Gläubigen, etwa zum Jahrgedächtnis eines Verstorbenen, erfüllt werden. Die private Zelebration der Priester bleibe erlaubt und ist gegenwärtig als stellvertretender Vollzug besonders empfohlen, hieß es dazu aus Köln.

Auch in den evangelischen Gemeinden wurden noch am Freitagabend Einschnitte angekündigt. Der Konfirmandenunterricht wird bis zu den Osterferien ausgesetzt, Gruppen und Gesprächskreise wurden abgesagt, berichtet Pfarrer Sebastian Appelfeller.

Die Messe am Samstag hatte Assmann noch gelesen. Sie schloss mit dem Quirinuslied. In dessen zweiter Strophe heißt es: Was den Leib, die Seele plagt, sei nächst Gott auch Dir geklagt, heiliger Quirinus! Armut, Trübsal, Angst und Not, Krankheit, Teu‘rung, Krieg und Tod, heiliger Quirinus! Das, so Assmann, habe er selten aktueller erlebt.