Schüler aus Nettetal untersuchen Lasagne im Labor

Werner-Jaeger-Gymnasium Nettetal : Schüler untersuchen Lasagne im Labor

Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasium testeten das Lebensmittel im Rahmen der Aktion „science to class“.

Schüler des Biologie-Leistungskurses haben ihr im Unterricht erworbenes Wissen in die Praxis umgesetzt. Mit hochmodernen gentechnischen Verfahren untersuchten sie Tiefkühllasagne auf tierische Inhaltsstoffe. Bereits am frühen Morgen waren Ellen Barzen und Ina Siebenkotten, die selbstständig neben einem Laborstandort in Köln das mobile Gentechniklabor „science to class“ betreiben, mit Ausrüstung im Wert von 20.000 Euro an das Werner-Jaeger-Gymnasium gekommen. Pünktlich um 8 Uhr war das Labor eingerichtet, sodass die „Lasagneforschung“ beginnen konnte.

Genauer war es Ziel, die tierischen Inhaltsstoffe des Tiefkühlproduktes dahingehend zu überprüfen, ob sie den Angaben auf der Verpackung entsprechen. Dazu wurde aus der Lasagne und aus Positivproben von Fleisch der jeweiligen Tierart über verschiedene Schritte Erbgut (DNA) isoliert und aufgereinigt. Ausgewertet wurde die Untersuchung mit Hilfe einer Gelelektrophorese, bei der die DNA der verschiedenen Tierarten als fluoreszierende Balken (Banden) in einem gallerteartigen Trägermedium sichtbar gemacht wird. So konnte ermittelt werden, dass in allen Pastaproben die Banden für Rind- und Schweinefleisch aufleuchteten, während der Befund für Putenfleisch negativ war.

Friso zeigte sich von der Veranstaltung positiv überrascht: „Es war echt interessant, die theoretisch besprochenen Verfahren in Aktion zu sehen und selbst durchzuführen.“ Jakob sagte: „Es war sehr anschaulich, die Arbeitsschritte praktisch durchzuführen.“ Gelobt wurde auch das äußerst professionelle Auftreten der beiden Referentinnen bei freundlichem und lockerem Umgang, was für eine gute und konzentrierte Arbeitsatmosphäre sorgte. Nicole hob das selbstständige Arbeiten bei gleichzeitig sehr guten Erklärungen heraus, und Fiona hatte sich die Elektrophoresekammer viel größer vorgestellt und nicht gedacht, dass die Prozesse so lange dauern. Kurslehrer Florian Witter gab an, dass das eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis sei. Er sei sehr glücklich, „science to class“ auch in diesem Jahr für seinen Kurs wieder in Anspruch nehmen zu können, weil eine Schule Ausstattung und Durchführung in dieser Qualität schlichtweg nicht leisten könne.

Er erklärte, dass diese Untersuchung zu Zeiten seines eigenen Studiums in den 1990er-Jahren noch mehrere Wochen gedauert habe und es überhaupt nicht möglich gewesen sei, die dazu notwendigen Geräte mal eben im Auto von Köln nach Nettetal zu bringen. Er zeigte sich seinerseits erfreut über die gelungene Praxiseinheit und den Erkenntniserfolg seiner Schüler.

Möglich gemacht wurde die Praxiseinheit durch „Zukunft durch Innovation“, eine Gemeinschaftsoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen, durch die junge Menschen für Berufe im MINT-Bereich, also den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, begeistert werden sollen.

(RP)
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