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Neues Garten-Projekt für Kinder in Nettetal

Gärtnern in Nettetal : Kräuterzwerge bei der Arbeit

Im Garten des Generationenspielplatzes in Breyell hat das Gärtnern begonnen. Nicole Schröder hat gemeinsam mit dem Integrationsrat für Kinder das Projekt Kräuterzwerge an den Start gebracht.

Rund um die sechs Beete auf dem Gelände des Generationenspielplatzes herrscht rege Betriebsamkeit. Kinder harken mit kleinen Kratzen durch die Beete und lockern den Boden auf. Zudem wird das, was dort nicht wachsen soll, vorsichtig herausgezogen. Andere der jungen Gärtner haben zu den Gießkannen gegriffen und füllen diese am 1000-Liter-Fass auf, um die Kräuter in den Beeten zu gießen. Die Kräuterzwerge sind im Einsatz. Das ist der Name der Gruppe, die sich seit einigen Wochen um die Beete in dem abgezäunten Bereich des Breyeller Generationenspielplatzes kümmert.

Hinter dem Projekt stehen Nicole Schröder und Helma Josten, vom Integrationsrat der Stadt Nettetal. Schröder, vielen auch unter dem Namen Lilli Morgenstern bekannt, und zudem Betreiberin der Kinderkochschule „Casa Lilli“, hatte die Idee, Kinder ein stückweit an das Gärtnern heranzuführen und ihnen zu zeigen, wie die verschiedenen Kräuter und Gemüse wachsen, schmecken und was man alles mit ihnen machen kann. „Viele Kinder wissen gar nicht mehr, wie etwas wächst und wo unser Essen herkommt. Sie haben kaum einen Bezug zur Natur und das wollte ich gerne ändern“, sagt Schröder.

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Nahezu zeitgleich war bei Josten der Wunsch aufgekommen, zusammen mit den Menschen mit Migrationshintergrund zu gärtnern, um auf diesem Weg das Miteinander zu fördern. „Irgendwie sind wir dann zusammengekommen und haben beschlossen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, bei dem die Kinder, ob nun mit oder ohne Migrationshintergrund im Mittelpunkt stehen“, sagt Josten. Der Name für das neue Projekt war schnell gefunden. Am 9. Juni gingen die Kräuterzwerge erstmalig an den Start, nachdem sowohl über den Integrationsrat als auch von Seiten Schröders entsprechende Informationen weitergegeben worden waren. 25 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren hatten sich gemeldet. Schröder teilte sie in zwei Gruppen ein, wobei die einen mittwochs kommen und die anderen freitags. Den Auftakt machte für beide Gruppen das Anlegen der Beete. Erde, Pflanzen, Sämereien sowie Werkzeug in Form von kindgerechten Schaufeln, Kratzen und Gießkannen waren beim Grünen Warenhaus in Nettetal bestellt und wurden angeliefert, nachdem der Baubetriebshof der Stadt Nettetal zuvor die Beeteinfassungen aufgebaut, den 1000-Liter-Tank aufgestellt und gefüllt sowie die Platten im Gartenbereich freigeschnitten hatte.

Jede Kindergruppe legte ihre Beete an, wobei eines der Beete von einem Senior betreut wird. „Was sehr schön ist, da wir so auch den Mehrgenerationenaspekt haben, was das ganze Gelände schließlich ausmacht“, sagt Josten. Schon das erste gemeinsame Treffen im Garten mit dem Anlegen der Beete löste bei den Kindern große Begeisterung aus. „Es hat mir ganz viel Spaß gemacht. Gärtnern ist toll“, schwärmt die zehnjährige Elli. Das finden die anderen ebenso. „Die Kräuterzwerge sind sehr gut angelaufen und es ist schön zu sehen, mit welcher Freude die Kinder bei der Arbeit in der Natur sind“, sagt Integrationsratsmitglied Michael Meerkötter. Was die Integrationsbeauftragte Charlot Dams insbesondere freut ist die Tatsache, dass die Eltern der Kinder inzwischen auch schon neugierig vorbeigeschaut haben und sich teilweise ebenfalls mit einbringen. Schröder gärtnert indes nicht nur mit den Kindern. Es wird probiert und die Kinder lernen, wofür die verschiedenen Pflanzen genutzt werden können.  „Ich habe Kräuterspiele und eine Kräuterrallye entwickelt. Wir wollen Kräuterkissen anfertigen und ich plane zusammen mit den Kindern in meiner Kochschule mit den Produkten aus dem Garten zu kochen“, sagt sie.