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Nettetal: Kunst von Gabi Mett und Anne Ulrich in der Textilscheune

Kunst in der Textilscheune in Nettetal : Moderne Formensprache auf alten Stoffen

Die Ausstellung „zeit_raum“ mit Werken von Gabi Mett und Anne Ulrich ist momentan im Textilmuseum „Die Scheune“ in Nettetal zu sehen.

(hb) Die Webstühle in der Textilscheune erinnern an das Zweckgebundene von Textilien. Die Kunstausstellungen dort zeigen stets eindringlich, dass das Textile als künstlerisches Ausdrucksmittel längst gleichberechtigt ist. Der Titel dieser Ausstellung mit Werken von Gabi Mett und Anne Ulrich heißt Zeit und Raum. In beiden Werken spielen diese Begriffe eine wichtige Rolle, entweder dass Arbeiten als Installationen von der Wand in den Raum ausgreifen oder alte Stoffe in einen neuen Kontext gelangen.

Gabi Mett aus Essen arbeitet in ihren Arbeiten die Vergänglichkeit des Daseins heraus. In ihrer Arbeit „Lebenszeit“  erinnert sie an ihre Patentante, die sie bis zu ihrem Tod pflegte. In 52 mal 57 Quadraten vergegenwärtigt sie „mit genähter Zeitlichkeit“ auf einer alten Tischdecke eindrucksvoll das Leben der Verstorbenen, eine meditative Stickarbeit als Tagebuch. Ein Tisch mit kleinen Schalen aus Garn mit Löchern im Boden mahnt an, es gebe eigentlich „genug für alle“.

Anne Ulrich aus Bochum verwendet ebenfalls alte Stoffe, Garne oder Formen und widmet sie um. Netze aus alten roten Garnen fangen die Blicke der Betrachter ein. Als eine Mischung aus Narrenkappe und Seeigelstacheln springt ein anderes raumgreifendes Objekt den Betrachter an, wie alle ihre Werke ohne Titel. Eine mit Garn und weißen Bändern umwickelte Scheibe wird mit Wachs versiegelt, alles überaus eindringliche Arbeiten.