Auf Kleintiersafari am Wegesrand mit dem Naturschutzhof Nettetal

Nettetal : Auf Kleintiersafari am Wegesrand

Im Sommerferienprogramm des Naturschutzhofs ging es auf besondere Expedition.

„Dann wollen wir uns einmal ausrüsten“, sagt Markus Heinen und öffnet die Kofferraumklappe seines Autos. Mit einem Griff zieht er einen faltbaren Bollerwagen heraus, klappt ihn auf und beginnt zu packen. Ein großes Bestimmungsplakat von „33 Krabbeltieren“ wandert unter den aufmerksamen Blicken der Kinder, die sich um das Auto eingefunden haben, in den Bollerwagen. Es folgen ein dickes Bestimmungsbuch, eine große Klarsichtbox mit Deckel, ein Kescher, zwei Siebe und jede Menge Becherlupen – die Gruppe geht aus Kleintiersafari.

„Ich habe auch eine Becherlupe dabei“, sagt Max und deutet auf seinen Rucksack. Till und Sina haben ebenfalls Becherlupen dabei, Nick hat zudem einen Kescher mitgebracht. Doch egal, ob die Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren eigene Lupe dabei haben oder nicht, alle sind gespannt, was die Kleintiersafari, auf die sie sich gemeinsam in der Naturerbefläche Herongen in Nettetal begeben, alles an wilden Tieren hervorbringen wird. Heinen hat im Rahmen des Sommerferienprogramms vom Nabu-Naturschutzhof zu der Exkursion eingeladen.

Begleitet von Henri, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, geht es los. Die ersten Meter rumpelt der Bollerwagen über Asphalt, dann geht es links in einen Sandweg hinein. „Schaut mal, eine Blauflügelige Ödlandschrecke“, sagt Heinen. Zwar ist die gut getarnte Heuschrecke generell nicht so leicht zu entdecken, sie macht es den Kindern an diesem Tag aber einfach. Sie hüpft davon und wird dadurch für alle sichtbar. „Wir fangen die Insekten behutsam und schauen sie uns unter der Becherlupe an. Und was machen wir dann?“, möchte Heinen von seinen jungen Teilnehmern wissen. „Wir lassen sie wieder frei“, tönt es ihm unisono entgegen. Genauso wird es gemacht.

Die Kinder bewegen sich durch die karge Graslandschaft am Wegesrand. Der Magerboden bringt Pflanzen hervor, die Heuschrecken, Wanzen und Spinnen lieben. Ein Zitronenfalter kurvt über die Wiese. Heinen erklärt, dass es sich um den langlebigsten aller Schmetterlinge handelt. Als erwachsenes Tier lebt es elf Monate und kann dank einem körpereigenen Frostschutzmittel den Winter überleben. Till hat eine Feldheuschrecke in seiner Becherlupe. Kaum ist die Bestimmung abgeschlossen, öffnet Till das Behältnis. Mit den Worten „Hüpf, mein kleiner Freund“, wird die Heuschrecke verabschiedet.

John hat eine Blauflügelige Ödlandschrecke gefangen, und Sina schaut voller Interesse durch die Lupe auf eine Wanze. Heinen weiß zu jedem Insekt Interessantes zu berichten. Auch in Sachen der umherfliegenden Libellen kennt sich der ehrenamtliche Mitarbeiter des Naturschutzbundes Deutschland bestens aus. Die Zeit vergeht im Flug, und alle Teilnehmer sind erstaunt, welch eine Artenvielfalt ein solcher Grasstreifen hervorbringen kann.

(tre)
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