Offene Gärten in Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Zwischen Seerosen und Yuccapalmen

27 Kamp-Lintforter öffneten am Wochenende ihre Gärten. Bei heißem Wetter war die Besucherzahl leicht rückläufig.

2014 pflanzten Alexandra Arnolds und Gerald Vogel ihre erste Chinesische Hanfpalme. Dann setzten sie jedes Jahr weitere Palmen hinzu, zum Beispiel eine Trachycarpus Fortunei, eine Butia Capitata oder eine Sabal Minor. Außerdem stellten sie in ihren Garten an der Stephanstraße Yuccapalmen, Bananenstauden oder einen Feigenbaum. „Wir haben die ersten Palmen gepflanzt“, erzählt Alexandra Arnolds. „Dann hat sich die Liebe zu den Palmen fast als Sucht entwickelt. Überall schauen wir nach neuen Sorten.“

Interessierte konnten am Samstag und Sonntag ein wenig von dieser Sucht spüren, als sie bei der Laga-Aktion „Kamp-Lintforter Gärten“ dieses Paradies „ergehen“ konnten, wie 26 weitere. 27 Familien öffneten ihre Gärten. Das waren acht mehr als 2017, und vier mehr als 2016 und 2015. Als sich vor drei Jahren die Stadt für die Landesgartenschau bewarb, hatte der Laga-Förderverein erstmals zu dieser Aktion eingeladen, die einer „Offenen Gartenpforte“ entspricht, sich aber nicht so nennen darf, weil dieser Name rechtlich geschützt ist.

Mittelpunkt der „Kamp-Lintforter Gärten“ ist der Pappelsee, selbst wenn die Gärten über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, von Hoerstgen über Kamp, den Niersenbruch und Saalhoff bis in die Lintforter Siedlung. Rund um dieses Gewässer, das fast trockengefallen ist, luden neun Familien in ihre privaten kleinen Oasen ein.

Bei allen Teilnehmern korrespondieren die Grünanlagen, die meistens 700 bis 1200 Quadratmeter umfassen, mit den Gebäuden der Beamtensiedlung am Pappelsee, die vor allem in den 1920er und 1930er Jahren im Stil des Backsteinexpressionismus errichtet wurden. Dabei haben alle Gärten ihren eigenen Charme, wie die Häuser. Der Garten von Alexandra Arnolds und Gerald Vogels verbreitet mit seinen Palmen zum Beispiel mediterranes Flair, wie der von Astrid und Norbert Thiele an der Krusestraße mit großem Schwimmteich, Lounge und Staudenbeeten.

Heike und Peter Schoenfeld haben in ihrem Garten an der Krusestraße bereits das Projekt „Kamp-Lintfort summt“ vorweggenommen, in dem sie viele Blumen um einen kleinen Teich mit Seerosen gepflanzt haben. „Hier sind Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Wespen und alle Insekten zu Hause“, sagte Heike Schoenfeld, während sie Interessierten den Garten zeigte. „Sie locken wiederum die Vögel an“, sagt die Hobbygärtnerin

Diese Interessierten kamen bei der vierten Auflage der „Kamp-Lintforter Gärten“ etwa zur Hälfte aus der Hochschulstadt und zur Hälfte aus den Kommunen der Umgebung, zum Beispiel aus Moers und Duisburg, Geldern oder Alpen. Einzelne Besucher, die zufällig auf die Aktion aufmerksam geworden waren, reisten auch von weiter entfernt an, beispielsweise aus Pulheim bei Köln oder aus den Niederlanden.

Der Garten, der von den meisten Gartenfreunde aufgesucht wurde, war der von Andrea und Matthias Willicks. Sie nennen ihr Paradies „Wohlfühlgarten“, in dem sie unter anderem auch Gemüse und Kräuter anbauen und außerdem sechs Hühner halten. Am Samstag und Sonntag schauten dort rund 1000 Gartenfreunde herein, wobei sich deren Zahl nicht haargenau ermitteln lässt. Sie lag wahrscheinlich etwas niedriger als im Rekordjahr 2016.

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