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Zu wenig junge Menschen spenden Blut, klagt das DRK.

Blutspende : Rheurdt: Für einen guten Zweck zur Ader gelassen

Wenn der DRK-Blutspendedienst nach Rheurdt kommt, stehen überwiegend ältere Menschen Schlange. Jüngere beteiligen sich selten.

Für Ellen Windhaus ist klar. „Blutspenden finde ich gut. Ich helfe anderen“, sagt die Rheurdterin. Sie nimmt am Blutspendetermin im Ökodorf teil. Vier Mal im Jahr darf sie spenden. Angefangen hat die 66-Jährige vor zehn Jahren, als ihr Sohn den Motorradführerschein machte. „Da macht man sich Gedanken“, sagt Ellen Windhaus.

Der Ablauf in der Martinusschule ist Routine. Ein Fragebogen zum Gesundheitszustand wird ausgefüllt, die Körpertemperatur, der Hämaglobin-Wert (Blutfarbstoffgehalt), Blutdruck und Puls vom Arzt gemessen, bevor es nach dem Mini-Gesundheitscheck zur Spenderliege geht. Rund eine Stunde dauert die Aktion inklusive Ruhephase. Für den stärkenden Imbiss sorgen Marita Grammel und die Kolleginnen in der Schulküche.

„Das Blutspenden ist in wenigen Minuten erledigt“, weiß der Schaephuysener Frank Kasper (58), der seit 40 Jahren dabei ist. „Wer hat, was andere brauchen, gibt gerne.“ Für Simone Mölders-Hoffmanns (49) ein Akt der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, die für sich auch Nutzen darin sieht. „Jede Spende wird kontrolliert. Sollten meine Werte nicht in Ordnung sein, bekomme ich Bescheid, gehe zum Arzt, lange bevor sich eine Erkrankung bemerkbar macht. Das gibt mir für meine Gesundheit Sicherheit.“

Im Schnitt nehmen 55 Blutspendende den Termin in Rheurdt wahr, der von den DRK-Ehrenamtlern begleitet wird. Ohne sie geht gar nichts. „Die Spendenbereitschaft ist auf dem Land höher als in städtischen Gebieten, weil die Vernetzung untereinander stimmt. Spender sind meist ab 60 aufwärts. Land versorgt Stadt“, so die Erfahrung von Thorsten Hemmers, DRK-Blutspendedienst West. Um auch die jüngere Generation zu erreichen, fährt das DRKBetriebe wie Amazon in Rheinberg oder Berufskollegs an.

Der durchschnittliche Spender ist männlich, 44 Jahre alt, darf sechs Mal antreten. Bis zum 76. Geburtstag ist die Spende möglich, die erste sollte vor dem 69. Geburtstag erfolgen. Der Blut wird von Kliniken dringend gebraucht. Neben Unfallopfern, Patienten mit Organtransplantation gilt es, Krebspatienten mit Blutpräparaten zu versorgen und für Operationen Blutkonserven im Vorrat zu haben.

Der nächste Termin in Schaephuysen ist Donnerstag, 19. Juli, Pfarrheim St. Hubertus, 17 bis 20 Uhr