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Stefanie Poth neue Stadtkönigin in Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort : Stefanie Poth ist neue Stadtkönigin

Die 44 Jahre alte Konditorin der Bernardusbruderschaft Rossenray holte mit dem 141. Schuss den Vogel von der Stange. Damit beendete sie das kürzeste aller Stadtschützenfeste.

Von PETER GOTTSCHLICH

Es war das kürzeste Stadtschützenfest aller Zeiten. Schon nach zwei Stunden, um 16.30 Uhr, fiel am Samstagnachmittag der Vogel von der Stange, als Stefanie Poth mit dem 141. Schuss traf. In den Vorjahren hatten die Könige doppelt so lange geschossen und mehr als doppelt so viele Schüsse abgegeben, zum Beispiel 2017. Da hatte Heinz-Dieter Krausner nach vier Stunden um 18.30 Uhr mit dem 334. Schuss den Vogel abgeschossen.

Die Kürze hing mit dem neuen Schießstand und dem neuen Vogel zusammen, die wiederum auf strengere Vorschriften beim Schießen zurückgehen. Hatte die Initiative Stadtschützenfest 30 Jahre lang ihren eigenen Stand eingesetzt, für den Adolf Dormann von der St. Bernardus Bruderschaft Rossenray den Vogel gebaut hatte, griff sie diesmal auf einen mobilen Apparat von Heinz Olfen aus Xanten zurück, der auch den Vogel angefertigt hatte. Er hatte schon im Mai 2017 seinen Stand in Kamp-Lintfort aufgebaut, als die St. Johannes Nepomuk Bruderschaft im Schatten der Barbarakirche ihren König ausgeschossen hatte, und im Mai 2018, als die St. Josef Bruderschaft Kloster Kamp zum Königschiessen auf den Abteiplatz eingeladen hatte.

Zum Stadtschützenfest platzierte er seinen Schießstand am Prinzenplatz nicht am Real-Center, sondern zur Querspange hin. Dort schoss Johannes Verhülsdonk von der St. Johannes Nepomuk Bruderschaft Alt-Lintfort mit dem 32. Schuss den Kopf ab, um kurz nach 15 Uhr mit dem schnellsten Fall des ersten Preises seit 1988 das kürzeste Stadtkönigschießen einzuleiten. Sieben Minuten später zertrümmerte Andre Schliffke vom Schützenverein Freischütz vor 250 Zuschauern den linken Flügel. Mit dem 69. Bolzen holte Heinz-Gerd Bachus als ehemaliger König der St. Josef Bruderschaft Kloster Kamp den rechten Flügel herunter.

Mit dem 81. Bolzen zerstörte der scheidende Stadtkönig Heinz-Dieter Krausner die linke Kralle, mit dem 88. Erwin Ittgenhorst vom Bürgerschützenverein Eintracht Bönninghardt-Vierquartieren die rechte. Mit dem 121. Bolzen zerlegte Stefanie Poth den Schweif, um 20 Bolzen später den Rest des Adlers klein zu machen. Nur König Rafal Zukowski vom Schützenverein Eintracht Altfeld-Saalhoff und Ex-König Ernst Tischer von der St. Sebastianus Bruderschaft Camperbruch hatten nicht das Glück, Preise zu gewinnen.

„Ich habe nicht damit gerechnet, den Vogel abzuschießen“, sagte die neue Stadtkönigin und freute sich. Die 44 Jahre alte Konditorin war diesmal die einzige Frau gewesen, die mitgeschossen hatte. Zu den ersten Gratulanten zählte Renate Dormann, die 2002 als erste Frau bei einem Stadtschützenfest den Vogel abgeschossen hatte, um als damalige Königin der St.-Bernardus-Bruderschaft Rossenray ebenfalls ein neues Kapitel in der Geschichte des Stadtschützenfestes aufzuschlagen.