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Mueller-Stahl stellt im Peschkenhaus Moers aus

Armin Mueller-Stahl stellt im Peschkenhaus aus : Peschkenhaus zeigt Armin Mueller-Stahl

Der Kunstverein Peschkenhaus zeigt ab heute Arbeitenvon Armin Mueller-Stahl. Der international renommierte Schauspieler zeichnet seit 50 Jahren, ging aber erst 2001 mit seinen Arbeiten an die Öffentlichkeit.

Prominenter Gast im Peschkenhaus. Neun Jahre nach seiner letzten Ausstellung im ältesten Moerser Bürgerhaus hat Schauspieler Armin Mueller-Stahl dem Kunstverein erneut eine stattliche Anzahl Bilder und Grafiken zur Verfügung gestellt. Was Monika Jaklic, Geschäftsführerin des Kunstvereins, noch mehr freut: Dieses Mal sind im Peschkenhaus etliche Originale des vielseitigen Künstlers in Öl und auf Papier zu sehen. „Sein Spektrum ist sehr weit“, sagt Monika Jaklic und verspricht damit nicht zu viel: Die Arbeiten des fast 88-Jährigen sind voller Kraft, Farben und Inspiration. Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag wird der Schauspieler zwar nicht nach Moers anreisen. Die Geschäftsführerin hofft jedoch darauf, dass er zu einem späteren Zeitpunkt für eine Lesung oder eine Autogrammstunde beispielsweise kommen wird. Die Ausstellung trägt den Titel „Menschenbilder“, zeigt jedoch viel mehr aus dem Repertoire des Künstlers, der seit 50 Jahren malt, aber erst 2001 mit seinem Werk an die Öffentlichkeit ging. „Er malt, was ihm in den Kopf kommt: Personen, die ihn beeindrucken, Momente, die ihm im Gedächtnis geblieben sind, und Landschaften, in denen seine Erinnerungen mitschwingen“, beschreibt Monika Jaklic die Kunst des international renommierten Schauspielers. Dass die Literatur in seinem Leben eine große Rolle spielt, spiegelt sich auch in seinen Gemälden wider - besonders im Zyklus „Shakespeares Frauen und Mädchen“.

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Die großformatigen Arbeiten, die er sowohl in Mischtechnik auf Papier als auch in Öl auf Leinwand gebracht hatte, sind eine Wucht und strotzen vor Kraft. Inspiriert haben ihn zum Beispiel die Figuren Miranda aus „Der Sturm“ und Prinzessin Catarina aus „Heinrich V“ ebenso wie Oberon aus dem Sommernachtstraum, der wie mit ganz viel Blau übergossen wirkt. Armin Mueller-Stahl hat sich - angeregt durch Heinrich Heine - jedoch nicht nur mit den Theaterfiguren Shakespeares auseinander gesetzt. Auch Goethes Urfaust hat er bildkünstlerisch in die Gegenwart übertragen. Dabei ist sein Pinselstrich expressiv, seine Arbeiten klar abstrakt angelegt. In seinem „Osterspaziergang“ sind die Menschen nur als schemenhafte Gestalten dargestellt, fast wie seelenlose Hüllen. Wer aufmerksam durch die Ausstellung geht, wird sogar ein Selbstporträt des Künstlers mit Geige entdecken. Es handelt sich um eine Farblithografie.

„Es ist seine Menschlichkeit, die aus den Bildern spricht“, findet die Geschäftsführerin des Kunstvereins, die über die Jahre Kontakt zu Mueller-Stahl und dem Kunsthaus Lübeck hielt. Dieses verwaltet sein gesamtes Bildwerk. Insgesamt 100 Arbeiten, die auf das ganze Haus verteilt sind, geben einen Einblick in die Schaffenskraft des Künstlers. Neben den Ölbildern sind auch Siebdrucke, Lithografien und Radierungen ausgestellt - wie die „Blaue Kuh mit Blume“, eine Grafik, zu der Mueller-Stahl ein Buch geschrieben hat. Einen Ausstellungsraum weiter finden sich dann auch die Menschenbilder: Nelson Mandela trifft auf Willy Brandt, David Bowie auf Mozart, Martin Luther King und Marlene Dietrich. Die Ausstellung gibt tiefe Einblicke ins amerikanische Tagebuch „Venice“ des Schauspielers, und eine Reihe von Jazzmusiker-Lithografien sind unterm Dach der Galerie obendrein zu entdecken. Die Ausstellung läuft bis zum 30. September im Moerser Peschkenhaus.