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Mönchengladbach: Das Krippenspiel von St. Barbara ist jedes Mal etwas anders

Das Krippenspiel von St. Barbara : Die Engel kommen

Was die Kinder vom Krippenspiel in St. Barbara den Mönchengladbachern wünschen

In der Kirche St. Barbara organisieren Raimund und Barbara Anstöß seit 18 Jahren das Krippenspiel. Ihr Anspruch: Jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte ein wenig anders erzählen. Diesmal stehen Engel im Mittelpunkt.

Es ist zwei Wochen vor Weihnachten, als ein Engel stolpert. „Och nee“, schimpft das weiße Geschöpf mit den großen Flügeln leise. Doch zum Ärgern über den verpatzten Auftritt bleibt in der Franziskanerkirche St. Barbara keine Zeit. Die Proben für das Krippenspiel, das Heiligabend aufgeführt werden soll, sind knapp bemessen. Und die 26 anderen Kinder müssen ebenfalls üben.

Also sagt der Engel zu Josef und Maria „Guten Abend!“. Josef: „Ich weiß nicht, ob das ein guter Abend ist.“ Im Krippenspiel der zur Pfarre Sankt Vitus gehörenden Gemeinde geht es in diesem Jahr um die Zweifel, ob Glück und Frieden und Gerechtigkeit auf der Erde überhaupt hergestellt werden können. Im Mittelpunkt des Stücks  stehen mehrere Engel. Sie haben keine Lust auf die Chroprobe im Himmel, wo es doch auf der Erde so viel zu tun ist, wo Diebe und Bettler umherziehen müssen. Am Ende, man ahnt es, geht alles gut aus – Weihnachten.

Fünf Engel für Maria und Josef: Ein Teil der Kinder des Krippenspiels in der Kirche St. Barbara. Foto: Jana Bauch

Das Krippenspiel in der St. Barbara Kirche (der Weihnachtsgottesdienst ist um 16 Uhr) hat eine besondere Tradition. Ehemals übten die Dritt- und Viertklässler der inzwischen geschlossenen Katholischen Grundschule Marktfeldstraße ein Krippenspiel ein, das sie dann auf der Schul-Weihnachtsfeier, im Altenheim und eben an Heiligabend in der Kirche aufführten, erzählt Raimund Anstöß. Er organisiert bereits seit 2001 gemeinsam mit seiner Frau Barbara das Krippenspiel. „Wir fanden das so schade, dass es das Krippenspiel nicht mehr geben sollte. Also haben wir es in die Hand genommen“, sagt Barbara Anstöß.

Wie das so sei bei Ehrenämtern, erklärt ihr Mann Raimund lachend: Man gebe den kleinen Finger, und am Ende habe man höchstens noch seine eigenen Füße. Aber das Ehepaar übernimmt die Aufgabe gerne: „Die Kinder geben einem das tausendfach zurück“, sagt er.

Jedes Jahr kommen die Kommunionskinder und deren Geschwister sowie ehemalige Kommunionskinder zusammen, um das Krippenspiel auf die Bühne zu bringen. Jedes Jahr suchen die Anstößs ein etwas anderes Stück heraus. Je nach Zahl der Kinder können noch kleinere Rollen dazugeschrieben werden. Und so huschen bei den Proben Grüppchen aus Hirten, Wirten, Bettlern, Dieben und Engeln über die Bühne und erzählen die Weihnachtsgeschichte.

In diesem Jahr sind es 27 Kinder im Alter von vier bis 18 Jahren. An Heiligabend wird in der Messe auch eine Band das Krippenspiel begleiten – deren Mitglieder waren einst selbst Schauspieler an Weihnachten, sagt Raimund Anstöß. Seit 18 Jahren nun kümmert sich das Ehepaar darum, das Krippenspiel auf die Bühne zu bringen. Wie lange wollen die beiden das noch machen? „Bis die Kinder uns nicht mehr annehmen“, sagt Barbara Anstöß lachend. „Noch macht es Spaß!“