Mönchengladbach: Minimusiker nehmen mit Giesenkirchener Grundschüler CD auf

Minimusiker: Singen macht glücklicher

Mit ihrem mobilen Tonstudio besuchen die Minimusiker Schulen und Kindergärten. Gemeinsam mit den Giesenkirchener Grundschülern nehmen eine CD mit Herbst-, Winter- und Weihnachtsliedern auf.

In diesem Jahr haben  die Giesenkirchener Kinder ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk für ihre Eltern: Sie können ihnen eine CD unter den Weihnachtsbaum legen, die sie selbst besungen haben. Mit Herbst- und Martinsliedern, Winter- und Weihnachtsliedern. Unter der Anleitung ihrer Lehrerinnen und der Minimusiker Torsten Ax und Michi Schwiemann, die ein mobiles Tonstudio mitgebracht haben und später die CD produzieren werden.

Aber erst einmal haben die vier Jahrgänge der Grundschule Giesenkirchen ihren großen Auftritt. Die Erstklässler beispielsweise. Sie singen sehr schwungvoll vom Herbst – hei, hei, hussasa. Einmal kommen sie mit dem Text durcheinander, da lässt Torsten Ax sie noch mal von vorne beginnen. Ob sie gern singen? Was für eine Frage! „Ja“, schreien sie alle miteinander. Und das Lieblingslied ist? „Durch die Straßen auf und nieder“,  sagt Anna  wie aus der Pistole geschossen. Natürlich – die Martinslieder sind der absolute Hit. Aber auch die anderen Lieder werden von den Kindern mit viel Begeisterung vorgetragen.

Die zweiten Klassen stellen sich auf. „Jeder singt mittellaut mit freundlichem Gesicht“, fordert Torsten Ax die Kinder auf. „Man hört, ob ihr freundlich guckt.“ Und man hört auch, wenn die Kinder mit den Füßen scharren oder mit dem Nachbarn flüstern. Also: leise sein, vor allem ganz am Schluss. Da soll „Superstille“ herrschen. Die Kinder singen die Lieder von Sassa der Vogelscheuche und den kleinen Igeln, die den ganzen Winter lang schlafen. Damit die Strophen in der richtigen Reihenfolge gesungen werden, hält Mira Hirschberg, Klassenlehrerin der 2b und auch für den Schulchor der Grundschule Giesenkirchen zuständig, ein Schild hoch: Regen, Sturmwind, Donner, Schneefall ist da nacheinander zu lesen. Das sind die Dinge, von denen sich die kleinen Igel nicht stören lassen und die Torsten Ax auf einer improvisierten Trommel während des Liedes nachahmt. Als drittes Lied folgt das wunderschöne Weihnachtslied „Stern über Bethlehem“, bei dem jede der zweiten Klassen eine Strophe vorträgt. Nach ein paar Anläufen schaffen die Kinder auch das Schwierigste: am Ende des Liedes für ein paar Augenblicke ganz, ganz still zu sein.

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Vor drei Monaten, als das Schuljahr begann, haben auch die Proben für die Aufnahmen angefangen. „Wir haben von den Minimusikern gute Materialien an die Hand bekommen“, sagt Mira Hirschberg. Im Musikunterricht wurde jede Woche geübt und letzten Freitag gab es eine Generalprobe. Es sei sehr schön, durch die Flure zu gehen und aus den Klassen den Gesang der Kinder zu hören, stellt die Pädagogin fest. „Kinder singen unglaublich gern und zu Hause wird bei den meisten eher weniger gesungen. Die klassischen Volkslieder kennen die meisten nicht mehr.“ Umso begeisterter sind die Kinder, wenn in der Schule gesungen wird. Das tue ihnen gut, meint Mira Hirschberg. „Singen macht glücklicher. Die Kinder sind fröhlicher und ausgeglichener, wenn sie gesungen haben.“ Und der gemeinsame Gesang fördere das Gemeinschaftsgefühl. Das bestätigt auch Torsten Ax. „Das Singen im Chor ist eine starke Gruppenleistung, da kommen auch soziale Elemente zum Tragen“, sagt der Musikpädagoge. Er muss es wissen, denn er ist seit zehn Jahren bei den Minimusikern und hat schon vielen Schulen und Kitas zu eigenen CDs verholfen.

18 Minimusiker gibt es, die in Zweier-Teams in Grundschulen und Kindergärten kommen, um mit den Kindern Musik zu machen und die zuvor eingeübten Lieder für eine CD aufzuzeichnen. Welche Lieder werden geprobt? „Zum Teil stammen sie aus dem Unterrichtsmaterial, das wir zur Verfügung stellen, zum Teil wünschen die Kinder sich die Lieder“, sagt Torsten Ax.

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