Mönchengladbach: Jedes Kind liebt Musik

Eltern-Kind-Kurse in Mönchengladbach: Jedes Kind liebt Musik

Bei den Eltern-Kind-Kursen der Musikschule haben schon die Kleinen Spaß an Musik und Bewegung. Sie klatschen, stampfen und singen auch zu Hause noch die mit Freude gelernten Lieder.

Richard, Lisa, Mathilda, Maja, Leonie, Luisa, Lea und Henry sitzen im Kreis auf dem Schoss ihrer erwachsenen Begleiter – von Mama oder Papa, Opa oder Oma. Der eine oder die andere wirkt noch ein bisschen müde, denn es ist drei Uhr am Freitagnachmittag, und der Mittagschlaf der Kinder könnte an diesem Tag ein wenig kürzer ausgefallen sein. Doch als Monika Lamerz-Heithausen zur Gitarre greift und das Begrüßungslied anstimmt, werden die Zwei- bis Dreijährigen munter. Sie werden alle mit einer eigenen Strophe namentlich begrüßt. Manche hören erst mal nur zu, andere klatschen eifrig mit.

Die Musikschule der Stadt Mönchengladbach bietet Eltern-Kind-Kurse an, mit denen schon die Jüngsten in die Welt der Musik eingeführt werden. „Jedes Kind liebt Musik“, ist Lena Kramer überzeugt, die mit ihrer inzwischen fast dreijährigen Tochter seit zwei Jahren die Eltern-Kind-Kurse besucht. „Mathilda geht immer mit Freude hin. Und zu Hause singt sie von sich aus los und wiederholt auch die Lieder, die wir hier gesungen haben.“ Auch Lena Kramer selbst ist mit Musik groß geworden. „Ich habe dreizehn Jahre Klavierunterricht hinter mir“, sagt sie und lacht.

„Durch Singen, Musizieren, Bewegung und Musikhören wird die natürliche musikalische Veranlagung der Kinder geweckt“, sagt Musikpädagogin Nadja Ammari. Sie leitet nicht nur den Fachbereich Elementare Musikpädagogik, sie besucht auch mit ihrer eigenen Tochter den Kurs bei der Kollegin. „Leonie und ich haben viel Spaß daran“, sagt die Expertin.

Nach dem Begrüßungslied geht es erst einmal mit Finger- und Kniereiterspielen weiter. Die Großen lernen neue Verse, die Kinder kichern und juchzen. Dann sind sie selbst an der Reihe. „Holt euch vom Klavier ein Instrument“, fordert Monika Lamerz-Heithausen die Kinder auf. Die Kleinen stürmen los und holen sich Klangbausteine. Damit begleiten sie rhythmisch die Martinslieder, die jetzt gesungen werden, während die Kursleiterin die Melodie auf der Flöte spielt. „Durch die Straßen auf und nieder“ tönt es durch den Raum, untermalt vom erstaunlich harmonischen Klang der von den Kindern angeschlagenen Hölzer. „Die Martinslieder sind bei uns zu Hause der große Renner“, sagt Katharina Kremers lachend. „Lea singt sie rauf und runter.“ Das kennt auch Claus Flören. „Hier hört Richard meist zu, aber zu Hause singt er ununterbrochen die Martinslieder“, sagt Richards Vater.

Für den Unterricht in der Musikschule verzichten viele Kinder gerne auf ihr Mittagsschläfchen. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)
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Die Stunde geht abwechslungsreich weiter: Die Kinder benutzen die Handtrommeln. Sie klatschen, stampfen und lassen sich beim „Tanz der wilden Pferde“ hochheben. Sie galoppieren selbst als Pferde durch den Raum.

„Der Bewegungsanteil ist wichtig“, weiß die Kursleiterin, „aber durch das Singen wird auch die Sprachentwicklung gefördert.“ Die Kinder lernen viele auch ungewohnte Wörter mit den Texten der Lieder. Schnell können sie die Verse auswendig. Und auch das Gefühl für Rhythmus entwickelt sich. „Sie spüren dem Puls der Musik nach“, sagt Nadja Ammari. Die Musikschule bietet zurzeit zwölf Eltern-Kind-Kurse an, zum Teil auch in verschiedenen Kindergärten. „Wir wollen möglichst viele Familien erreichen“, sagt die Fachbereichsleiterin. „Es soll auch nicht an den Kosten scheitern, der Besuch der Kurse kann unter Umständen bis zu hundert Prozent gefördert werden.“

Gute Aussichten für den musikalischen Nachwuchs.

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