Günter Krings (cdu): "Es ist unseriös, eine Koalition auszuschließen"

Günter Krings (cdu) : "Es ist unseriös, eine Koalition auszuschließen"

Erneut siegte der CDU-Chef in seinem Bundestagswahlkreis. Jamaika ist für ihn ebenso eine Option wie die Fortsetzung der Großen Koalition.

Herr Krings, 2013 schafften Sie bei der Bundestagswahl eine Sensation, holten nämlich 50,8 Prozent der Erststimmen, ...

Krings ... das hatte damals keiner mehr für möglich gehalten ...

... sind Sie jetzt enttäuscht, dass es nur 44 Prozent sind?

Krings Ich bin nicht begeistert, aber doch sehr zufrieden. Ich habe den Wahlkreis klar geholt, liege 20 Prozentpunkte vor der SPD-Kandidatin und acht Prozentpunkte vor dem Zweitstimmenergebnis der CDU.

Das heißt, Sie haben klar persönlich überzeugt?

Krings Das ist meine persönliche Leistung, aber natürlich auch die meines Teams hier in der CDU Mönchengladbach. Auch wenn das Ergebnis dieser Bundestagswahl insgesamt keinen Anlass zur Freude bietet.

Woran liegt das schlechtere Abschneiden der CDU?

Krings Sicherlich nicht nur an einem einzelnen Thema. Aber die Flüchtlingskrise hat sicherlich eine Rolle gespielt, das zeigt das gute Ergebnis der AfD.

Was ärgert Sie konkret?

Krings Die CDU ist noch knapp unter ihrem Ergebnis von 2009, das macht die Regierungsbildung nicht einfach. Trotzdem gilt für uns: erst das Land, dann die Partei. Ich finde es unseriös, wenn eine Partei noch am Wahlabend Koalitionen ausschließt, wie es die SPD gemacht hat. Wir sind bereit, mit allen Parteien im demokratischen Spektrum zu sprechen, allerdings nicht mit der Linken und der AfD. Als Partei der Mitte sollte sich die SPD dem nicht verschließen.

Falls doch, bliebe nur Jamaika aus CDU, FDP und Grünen. Hätten Sie damit ein Problem?.

Krings Demokratische Parteien müssen gesprächsbereit bleiben. Die Innenpolitik würde in dieser Konstellation allerdings schwieriger. Aber Innenpolitik ist nicht alles.

In Mönchengladbach hat die FDP mehr als 13 Prozent geholt, ist somit drittstärkste Kraft geworden. Auch für Schwarz-Gelb könnte es knapp reichen. Wären die Liberalen Ihr Wunschpartner?

Krings Die FDP ist für uns ein nicht immer einfacher, aber bevorzugter Koalitionspartner. Es wäre für uns einfacher, mit ihr alleine die Bundesregierung zu bilden, als mit zwei Partnern plus CSU. Auch Schwarz-Grün wäre einfacher als Jamaika.

Schwarz-Gelb im Mönchengladbacher Rathaus wäre knapp möglich ...

Krings Es ist das Ergebnis einer Bundestagswahl, da wollen wir keine Rückschlüsse auf die Kommunalpolitik ziehen. Das ist nicht vergleichbar.

Was steht in den nächsten Tagen an?

Krings Heute tagt um 11 Uhr der Bundesvorstand in Berlin, vermutlich morgen Mittag wird der Vorsitzende der Landesgruppe NRW neu gewählt, und ich stelle mich erneut zur Wahl.

Sie waren bisher Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium von Thomas de Maizière. Wissen Sie schon, wer Ihr neuer Chef wird?

Krings Nein. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich überhaupt Parlamentarischer Staatssekretär bleibe.

DENISA RICHTERS FÜHRTE DAS INTERVIEW.

(dr)