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Mönchengladbach: Dem Rohöl auf der Spur

Mönchengladbach : Dem Rohöl auf der Spur

Dass sich der Rohstoff in vielen alltäglichen Dingen verbirgt, lernten Schüler der Klasse 7b des Gymnasiums am Geroweiher. Die Chemiestunde mit dem Mitarbeiter eines Chemie-Konzerns soll ihnen die Arbeitswelt näherbringen.

Arian Ludorf (14) stellt die entscheidende Frage: "Was passiert, wenn das Rohöl auf der Erde ausgeht?" Was sich auf den ersten Blick nach einer belanglosen Frage anhört, führt den Jungen und Mädchen der Klasse 7b des Gymnasiums am Geroweiher vor Augen, wie wichtig der Rohstoff im alltäglichen Leben ist. "Rohöl versteckt sich in vielen Gegenständen, die wir im Alltag verwenden. Oft ist uns das aber nicht bewusst", erklärt Chemie-Ingenieur Ralf Gesthuisen.

Beim Kölner Chemie-Konzern Ineos ist Gesthuisen für die Verteilung der Einsatzstoffe zuständig, heute steht er sozusagen als Vertretungslehrer vor der Schulklasse. "Wir behandeln im Unterricht gerade die Destillation. Ich vermittele Wissen gerne anschaulich und habe mich gefragt, wie ich den Unterricht mit Leben füllen kann. Da Herr Gesthuisen an unserem Gymnasium in der Fachschaft für Chemie sitzt, habe ich ihn einfach gefragt, ob er uns helfen kann", sagt Chemie-Lehrerin Bärbel Schilling. Er kann: Nachdem Ralf Gesthuisen den Schülern grundlegende Arbeitsabläufe in einer Raffinerie erklärt hat, veranschaulicht er ihnen, wo sie Rohöl in verschiedenen Formen überhaupt finden: im Waschmittel, in Legobausteinen, in der Sonnencreme. Sogar bei der Herstellung von Zahnpasta komme Rohöl zum Einsatz.

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Um den Jungen und Mädchen einen Eindruck davon zu verschaffen, in welchen Dimensionen in den Raffinerien weltweit gearbeitet wird, stellt Ralf Gesthuisen eine anschauliche Rechnung auf: "In Europas größter Raffinerie werden in jeder Stunde 2200 Kubikmeter Rohöl verarbeitet. Damit könnte man das Sportlerbecken im Vitusbad füllen."

Die außergewöhnliche Chemiestunde ist für Bärbel Schilling, die an der Schule auch für das Thema Berufsorientierung zuständig ist, eine gelungene Kombination aus Schule und Arbeitswelt. "Wir führen als Schule kein Inseldasein. Wir wollen die Kinder so gut es geht auf die Arbeitswelt vorbereiten", sagt sie. Besonders stolz ist Schilling auf die Qualität des naturwissenschaftlichen Unterrichtes an ihrer Schule. Im vergangenen Jahr wurde das Gymnasium sogar von der Initiative "MINT Zukunft schaffen" ausgezeichnet. Die Initiative will die Fachkräfteausbildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik qualitativ stärken.

(RP/ila)