1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Nachwuchs auf dem Laufsteg

Mönchengladbach : Nachwuchs auf dem Laufsteg

Es glitzerte und leuchtete in der Halle im Düsseldorfer Con-sum: Die 15 Studierenden der Modeschule Mönchengladbach stellten ihre Abschlusskollektion vor. Monatelang hatten die jungen Designerinnen daran gearbeitet. Mit den Kleidern wollen sie ihre eigenen Trends setzen.

Schon vor dem großen Tag sind Emine Olcar und ihre Kommilitoninnen im Stress. Sie müssen Models suchen, die Choreographie ausarbeiten, die Kleider anpassen. Die große Modenschau vor Hunderten Gästen im Düsseldorfer Con-sum ist nicht nur ihre praktische Abschlussprüfung. Für die angehenden Modedesignerinnen ist es der Höhepunkt nach zwei Jahren harter Arbeit.

Die 15 Studierenden der Modeschule Mönchengladbach haben die Kollektionen in Arbeitsgruppen selbst entworfen: Da tanzen zum Thema "Petite Pâtisserie" Kleider in Törtchenform und Pastellfarben über den Laufsteg, türkisfarben schimmert die "Federpracht", schwarz und edel glitzern die Overalls, die passenderweise "Overglam" heißen.

Manchmal genüge schon ein winziges Detail, aus dem ein Kleidungsstück nach dem anderen entstehe, sagt Emine Olcar. Die Pfauenfeder mit ihrem kräftigen Glanz aus royalblau, türkis und braun zum Beispiel. "Daran kann man sich wie an einem Motto entlang hangeln – und so haben wir in den Gruppen dann auch gearbeitet." Trends aus der internationalen Modeszene wollten sie nicht kopieren, sondern interpretieren.

  • Letzter Lauf: Georgies Express, hier mit
    Trabrennen : Zuschauer sind beim Trabrennen wieder erlaubt
  • Die Zahl der zugestellten Pakete nimmt
    Lieferdienste in Mönchengladbach : Fünf Mikro-Depots für Paketdienste
  • Ein DHL-Zusteller nutzt das Lastenfahrrad.
    Kommentar zu Mikro-Depots in Mönchengladbach : Lastenräder brauchen Radwege

Vom Entwurf bis zum fertigen Muster hatten die jungen Frauen zwischen eineinhalb und dreieinhalb Wochen Zeit. Wie viele Nachtschichten sie geschoben hat, daran kann sich die 25-Jährige nicht erinnern. "Einmal vernäht und schon muss man ein paar Stunden mehr arbeiten als geplant", sagt sie. Auf die Frage, was sie während der Vorbereitung genervt habe, hat sie dennoch nur eine Antwort: nichts.

Nach ihrer Ausbildung zur bekleidungstechnischen Assistentin arbeitete Emine Olcar Jahr in einem Atelier. Doch das wurde ihr schnell zu dröge: Um kreativ arbeiten zu können, bewarb sie sich an der Modeschule Mönchengladbach. "Es ist ein stressiger Job, aber wenn man sieht, wie die Models in den Kleidern laufen, die man selbst genäht hat, weiß man, wofür man ihn macht."

Nach der Modenschau am vergangenen Freitag seien einige der 400 Zuschauer zu ihr und den anderen jungen Designerinnen gekommen und hätten gefragt, ob man die Röcke, Kleider und Overalls nicht auch kaufen könne. Doch der Preis ist hoch: "Unter 2000 Euro würde ich die Teile nicht verkaufen" sagt Emine Olcar. "Viele sehen nicht, wie viele Arbeitsstunden da drin stecken – es ist ja alles Handarbeit." Selbst für die Studierenden, die allesamt schon Abschlüsse als Schneiderin oder Modenäher haben eine mühsame Arbeit: Allein Pailetten auf ein Kostüm zu nähen könne Stunden dauern.

Tragen wird Emine Olcar ihre selbstgenähten Kleider wohl nie. Sie kommen demnächst in den Schrank. Als Erinnerung an die vielen, langen Nächte. Und an den großen Tag.

(RP)