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Mönchengladbach: So soll Gladbach grüner werden

Mönchengladbach : So soll Gladbach grüner werden

Die Masterplaner haben gestern ihre Ideen skizziert: Sie wollen das vorhandene Grün vernetzen und so die Niers in die Stadt holen. Der Abteiberg wird hervorgehoben. Manches wirkt utopisch – doch vieles scheint leicht umsetzbar.

Die Masterplaner haben gestern ihre Ideen skizziert: Sie wollen das vorhandene Grün vernetzen und so die Niers in die Stadt holen. Der Abteiberg wird hervorgehoben. Manches wirkt utopisch — doch vieles scheint leicht umsetzbar.

Die Niers als verlängerter grüner Finger der Innenstadt, zu der sich mit dem Rad bequem in ein paar Minütchen radeln lässt. Die Hindenburgstraße mit doppelt so viel Platz für Fußgänger und Außengastronomie wie bisher. Wasser in der Gladbacher City. Und ein echter Campus für Rheydt.

Ein paarmal ging gestern Abend in der Halle Monforts ein Raunen durch die Reihen, als das durch Gladbacher Unternehmer finanzierte Masterplan-Team aus London zum ersten Mal konkrete Vorschläge machte. Das Raunen meinte dreierlei. Erstens: Was man alles sieht, wenn man von außen auf eine Stadt guckt. Zum Beispiel, wie nah der Nierszug an den beiden Innenstädten dran ist und wie gefühlt weit weg. Zweitens: Was man aus Mönchengladbach alles machen könnte. Und natürlich auch drittens: Wer soll all die Hürden bis dorthin aus dem Weg räumen, und wer soll all das bezahlen?

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Ein grüner Händedruck

Die Analyse der Masterplaner ist klar und unstrittig: Mönchengladbach hat immense Qualitäten, vor allem in der Landschaft, aber auch in manchem städtebaulichen Highlight. Der Weg zu all dem ist aber oft verstellt, verbaut, abgeschnitten. Und so haben die wesentlichen Vorschläge der Planer allesamt mit Akzentuierung zu tun. Die Grünflächen sollen besser verbunden werden. Der "grüne Händedruck" zwischen den Agrarflächen im Osten und der Niersaue im Westen soll justament in den Innenstädten passieren. Das Gladbachtal wollen die Masterplaner wiederbeleben — gerne auch mit Wasser. Und so soll am besten, wer vom Abteiberg herunterschaut, auf Wasser und Wiesen blicken — und nicht wie jetzt auf einen Parkplatz.

Die Hindenburgstraße soll zum Verweilen einladen, dank nur einer Busspur. Der so frei werdende Raum gehört den Flaneuren und der Außengastronomie. Radfahren an der Landwehr, Joggen und Skaten auf stillgelegten Bahntrassen. Weniger Verkehr in der City, weil eine Westtangente den Durchgangsverkehr um die Stadt herum führt. Plätze im Gebiet der Hochschule, die für echtes Campus-Flair sorgen. Weniger Baulücken in den Innenstädten. Und immer wieder: Das Trennende, das die Bahnlinien und die großen Ausfallstraßen gerade für Fußgänger und Radfahrer bringen, muss aufgelöst werden.

Nicht alle diese Ideen sind komplett neu. Und manche werden an der Macht des Faktischen scheitern. Doch wie der Masterplan für Gladbach ein Gewinn werden kann, zeigte Kirsten Lees vom Büro Grimshaw mit ihrer Idee der "urbanen Akupunktur". Viele kleine Maßnahmen würden helfen, die große Vision umzusetzen. Das zeigte manche simple Animation eindrucksvoll. Hier ein paar Bäume, dort kunstvolles Licht in der Unterführung und woanders eine breite Markierung auf der Straße — und schon wirkte ein vertraut-unbefriedigender Ort der Stadt ungleich lebenswerter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Masterplan: Gladbach soll grüner werden

(RP/ila/top/jco)