Handball : Hauptsache gewonnen

Die ME-Sport-Handballerinnen müssen harten Widerstand brechen, um den TuS Erkrath mit 30:27 zu bezwingen.Das Mettmanner Oberliga-Team bleibt Spitzenreiter und im Titelrennen.

Sport – TuS Erkrath 30:27 (16:15). In einem zwar nicht hochklassigen, aber über 60 Minuten spannenden Oberliga-Derby setzten sich die favorisierten Mettmannerinnen knapp, aber nicht unverdient mit 30:27 durch. Die ME-Sport-Handballerinnen bleiben Spitzenreiter und im Titelrennen, müssen aber auf einen Ausrutscher des Konkurrenten ETuS Wedau (ein Spiel und ein Minuspunkt weniger) hoffen.

Wie Trainer Christoph Schon vermutet hatte, tat sich sein Team gegen die abstiegsbedrohten Erkratherinnen schwer. Die Gäste hatten den besseren Start, führten schnell mit 2:0 und lagen auch nach dem Mettmanner 2:2 immer wieder vor – mehrmals sogar mit drei Toren, zuletzt beim 15:12 nach knapp 24 Minuten. Vor allem die hoch gewachsene Annika Dietzsch ließ die ME-Sport-Abwehr oft alt aussehen.

Zwei Vier-Tore-Serien

Doch dann stellte Christoph Schon seine Deckung komplett um. Für die glücklose Gitti Hölscher kam die am Knie angeschlagene Samantha Sklorz ins Tor. Sandra Möller verstärkte die Deckung auf der Halbposition, dafür rückte Sabrina Fischer in die Deckungsmitte. Und diese Maßnahmen zeigten Wirkung. Die Abwehr agierte nun weitaus bissiger, die Erkratherinnen kamen kaum noch zum Zug. Zudem musste in dieser Phase Annika Dietzsch berechtigt gleich zweimal auf die Strafbank. Mit vier Treffern in Folge drehten die Mettmannerinnen das Spiel, lagen beim Gang in die Kabine mit 16:15 vorn.

Direkt nach dem Wiederanpfiff zog ME-Sport mit einem weiteren "Vierer" auf 20:16 davon. Im Nachhinein erwiesen sich die beiden Serien als entscheidend. Zwar gaben sich die Erkratherinnen nie auf, kämpften vorbildlich weiter, kamen aber nie mehr zum Ausgleich.

Im zweiten Durchgang ragten zwei Spielerinnen heraus: Die erfahrene Beate Sikorski lief zur Höchstform auf und löste die in der ersten Hälfte gut aufgelegte Annika Dietzsch als beste Erkrather Torschützin ab. Zur Mettmanner "Matchwinnerin" avancierte einmal mehr Sabrina Fischer: Die Kreisläuferin war von der TuS-Abwehr nicht mehr in den Griff zu bekommen und erzielte acht ihrer zwölf Tore nach dem Wechsel.

Am Ende wurde es aber noch einmal spannend. Nach einer Zeitstrafe gegen die gute Caro Fisch kam Erkrath auf 27:28 heran. Doch dann kritisierte Gäste-Trainer Jens Doleys zum wiederholten Mal die Schiedsrichter, bekam zunächst berechtigt die gelbe Karte gezeigt und nach weiteren Protesten eine Zeitstrafe aufgebrummt. Eine Erkratherin musste vom Feld, und in diesen zwei Minuten nutzte Sabrina Fischer die Überzahl, um mit den letzten beiden Toren das Spiel zu entscheiden.

"Ich hatte wie im Hinspiel eine enges Derby erwartet", bilanzierte ME-Sport-Coach Christoph Schon. Schließlich hätten die Erkratherinnen auch Wedau das Leben schwer gemacht. "Zudem war es das dritte Spiel in einer Woche, und der Kräftverschleiß war unübersehbar. Aber egal, Hauptsache wir haben gewonnen."

(RP)
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