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Masterplan Neandertal wird mit Turmbau am Fundort fortgesetzt

Masterplan Neandertal : Unter der Höhle wendelt sich ein Turm

Der erste Spatenstich für die Errichtung des „Höhlenblicks“ war ursprünglich für den Sommer geplant, Mitte November soll es nun so weit sein. Mit dem Projekt wird der Masterplan rund ums Museum um eine weitere Facette bereichert.

Denn dort, wo einst der legendäre Neandertaler gefunden wurde, soll ein neu gebauter Turm die berühmte Talgeschichte wiederaufleben lassen. Etwa 3,7 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt. Zum Förderbescheid des Landes NRW in Höhe von 1,95 Millionen Euro kommt eine Spende von 500.000 Euro aus einer Privatstiftung. Der Eigenanteil der Stiftung Neanderthal Museum beläuft sich auf etwa 1,3 Millionen Euro.

Zwar gibt es zum Projekt auch überaus kritische Stimmen – der Nabu-Kreisverband kritisierte, der Turm erfülle seinen Zweck nicht, gäbe es doch längst keine Höhle mehr zu sehen, das Nadelöhr Neandertal sei zu eng und der Materialeinsatz zu kostspielig – bei Museumsdirektorin Bärbel Auffermann aber überwiegt die Vorfreude. „Bislang haben wir noch zu wenig, um die Talgeschichte zu erfahren“, berichtet sie über den nun bevorstehenden Meilenstein im Projekt Masterplan Neandertal. Geplant ist besagtes Bauwerk als tatsächlicher Turm, in dem dann eine „Zeitreise rückwärts“ ermöglicht werden soll. Noch steht nicht endgültig fest, wie auf dem Weg nach oben in luftige Höhe von Bildern der Düsseldorfer Malschule zur Vegetation besonderer Farnarten bis zu anderen Aspekten der Zeitgeschichte Exponate platziert werden. „Wir haben viele Ideen“, sagte dazu Museumschefin Bärbel Auffermann, Besucher dürfen gespannt sein.

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Hoch hinaus zur ehemaligen Lage der Feldhofer Grotte – dort wurden 1856 die Knochenreste des Neandertalers entdeckt – soll es mit diesem Turm, übrigens keinem massiven Bauwerk, sondern einem soliden Stahlgerüst, gehen. Begleitet von einem Soundteppich, der das Plätschern der Düssel hörbar macht, könnten beispielsweise weitere Audio-Elemente eingespielt werden. Auf der Turmspitze angekommen sollen Digital-Fernrohre den Blick auf Darstellungen des Orts zur Eiszeit oder im 19. Jahrhundert ermöglichen. Zudem soll es unterhalb des Geländeniveaus einen Felssockelgraben geben, in dem die südliche Felswand des Fundorts fossiler Knochenreste aus der Feldhofer Grotte freigelegt und begehbar wird.

Das Projekt bedeutet laut Auffermann eine weitere Aufwertung des Tals, „jeder Baustein ist wichtig“, schließlich strömen Ausflügler aus ganz Nordrhein-Westfalen ins Neandertal, das längst eine „kulturtouristische Marke“ ist.