Meerbusch: Weniger Geburten – mehr Erziehungshilfen

Meerbusch : Weniger Geburten – mehr Erziehungshilfen

78 Seiten stark ist der neue Jugendhilfebericht, den die Erste Beigeordnete Angelika Mielke-Westerlage am dienstag dem Jugendhilfeausschuss vorstellt (17 Uhr, Dr.-Franz-Schütz-Platz).

Der Bericht gibt einen mit vielen Zahlen unterfütterten Überblick über die Arbeit des Jugendamtes. Die Schwerpunkte:

Demografische Entwicklung Die Zahl der Unter-21-Jährigen (aktuell 11 182/20,2 Prozent der Einwohner) nimmt ab, während immer mehr Meerbuscher über 60 Jahre alt sind (aktuell 15 879/28,69 Prozent). Bis 2001 wurden von Meerbuschern jährlich mehr als 500 Kinder geboten, inzwischen schwankt die Zahl zwischen 410 und 450. Das Durchschnittsalter der Meerbuscher stieg von 2007 bis 2010 von 43,29 auf 44,4 Jahre.

Kita-Plätze Das aufwendige U3-Ausbauprogramm sorgt für mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige. Ihre Zahl stieg von 21 im Jahr 2007/08 auf aktuell 173. Im Gegenzug sank die Zahl der Plätze für ältere Kinder von 1634 auf 1413, was vor allem mit dem Geburtenrückgang zu tun hat.

Tagespflege Die Zahl der Tagesmütter und Väter wuchs von 32 auf 52. Sie betreuen in privaten Räumen aktuell 138 Kinder, davon 103 Unter-Dreijährige. Eltern zahlten dafür 2010 Beiträge in Höhe von 161 873 Euro. Die Tagespflege soll weiter ausgebaut werden.

Jugendeinrichtungen Arche Noah, Oase, Katakombe, Sky Club, Atrium und OT Pankratius erhielten 2010 einen städtischen Zuschuss von 302 640 Euro. Anfang 2013 soll das Jugendcafé im Alten Güterbahnhof Osterath öffnen. OT Pankratius und Skyclub schließen dann.

Hilfen zur Erziehung Die Fälle, in denen Sozialpädagogen innerhalb von Familien Erziehungshilfe leisten, sind innerhalb von vier Jahren von 98 auf 166 emporgeschnellt. Dazu zählen auch 40 psychisch Behinderte Kinder. Die Kosten für diese "ambulanten Erziehungshilfen" kletterten von 676 000 Euro (2007) auf 1,15 Millionen Euro (2010). Im gesamten Bundesland ist der Trend allerdings noch ausgeprägter. Die Stadt betont, dass in Meerbusch zudem "sehr niedrige Fallzahlen" zu verzeichnen seien.

56 Kinder und Jugendliche verließen 2010 ganz oder zeitweise die elterliche Familie und kamen in Heimen oder bei Pflegefamilien unter (2007 waren es noch 43).

Fazit des Berichts: Auch nach den Feststellungen der Gemeindeprüfungsanstalt arbeite das Jugendamt "professionell und außerordentlich effizient. Meerbusch setzt hier einen Standard".

(RP/rl)
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