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Meerbuscher Politiker diskutieren neue Hauptwache für die Feuerwehr.

Neue Hauptwache für Meerbusch : „Ja, aber“ zur neuen Feuerwache

Dass Meerbusch eine neue Hauptwache braucht, scheint in der Politik unstrittig zu sein. Aber: Muss es an der Moerser Straße sein? Und: Muss die Stadt denn das Grundstück teuer kaufen? Gibt es keine Alternativen?

Zehn Millionen Euro könnte nach vorsichtigen Schätzungen die neue Hauptwache der Meerbuscher Feuerwehr kosten, die nach ersten Ideen auf einem freien landwirtschaftlichen Grundstück an der Moerser/Ecke Forststraße gebaut werden könnte. Dieses Grundstück müsste die Stadt noch kaufen – hinzu käme noch einmal eine nicht unerhebliche Summe. Außerdem soll im Anschluss die jetzige Hauptwache an der Insterburger Straße in Osterath saniert werden, so dass dann der Löschzug von der Hochstraße dort einziehen kann. Noch einmal Investitionen in zurzeit unbekannter Höhe. „Am Ende werden das doch sicher mehr als 16 Millionen Euro“, vermutete Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Peters in der Sitzung des Sonderausschusses Feuerwache am Dienstagabend. Darum lehnte er zunächst ab, den Bau der neuen Wache auf dem Gelände zu beschließen.

Ihm ginge das alles ein bisschen zu schnell, er meldete noch einmal Beratungsbedarf an, wollte Alternativen zu Standort und Neubau, Synergien prüfen ( „kann man nicht auch eine Kita mitplanen“) und generell noch mal drüber reden. Diesen Wunsch hatte auch die FDP. Klaus Rettig: „Wir haben nichts gegen einen Neubau, aber sollten wir nicht die Reihenfolge der Planung ändern?“ Sein Vorschlag: auch die Insterburger Straße als eventuellen Standort für die Hauptwache prüfen – nach einer notwendigen Renovierung. „Das ist im laufenden Betrieb sehr schwierig“, so Feuerwehrchef Herbert Derks.

In der Arbeitsgruppe „Feuerwache“ sei, so Derks, über alle Optionen gesprochen worden. Ergebnis: Der Standort Moerser Straße sei die geographische Mitte von Meerbusch. Von dort aus könne die Feuerwehr alle „Hilfsfristen“ einhalten. Heißt: Rechtzeitig am Brandort sein egal, ob in Büderich, Strümp, Osterath oder Lank-Latum.

Denn diese Hilfsfristen seien zuletzt nicht immer eingehalten worden, bestätigte auch Hans-Joachim Klein, Leiter des Amtes für Sicherheit und Ordnung im Kreis Neuss. Ihm obliegt der Rettungsdienst im Kreis. Und vor allem die Einsätze in Büderich würden oft nicht in der gebotenen Zeit angefahren. „Wir sollten eigentlich in 90 Prozent der Fälle binnen acht bis 12 Minuten vor Ort sein, in Büderich schaffen wir nur 75 Prozent.“ Darum begrüßt er das Angebot der Stadt Meerbusch, in der Hauptwache der Feuerwehr auch eine Rettungswache zu installieren.

Alternative Standorte zur ausgeguckten Fläche an der Moerser Straße seien auch geprüft worden, berichtete Herbert Derks weiter aus den Gesprächen der Arbeitsgruppe. Aber eben auch wieder verworfen. Berta-Benz Straße in Strümp, Kaustinenweg in Strümp, Alte Ziegelei in Büderich – nicht geeignet, zu klein, verkehrstechnisch zu schwierig. Und genau diese Alternativen fehlten den Politikern letztendlich. Darum ging der Beschluss nur abgespeckt durch: Der Sonderausschuss erkennt zwar grundsätzlich an, dass eine neue Wache gebaut werden soll, gibt aber den Weg zu Grundstücksverhandlungen für die Fläche an der Moerser Straße nicht frei. Gleichwohl darf die Verwaltung Gespräche mit einem spezialisierten Planungsbüro aufnehmen, um das Raumprogramm für die Wache zu entwickeln. Außerdem soll eine erste Kostenprognose erstellt werden. Dann soll noch geklärt werden, wo der Löschzug Osterath demnächst untergebracht ist. Mit dieser leicht reduzierten Beschlussformulierung waren CDU, SPD, Grüne, Piraten, FDP und UWG einverstanden.

Werner Damblon (CDU) war wichtig, dass der Ausschuss einen Grundlagenbeschluss fasst, so dass jetzt weiter geplant werden kann. „Alle weiteren Fragen wie Kosten, Sanierung oder Synergien ergeben sich ja dann.“ Natürlich sei dies eine hohe Investition, „aber die Sicherheit unserer Bürger sollte uns das wert sein“. Michael Billen (SPD): Es gibt vermutlich keinen Standort, der alle zufrieden stellt.“ Aber weil die Stadt eben wachse, sei eine neue Wache wichtig. Der Standort an der Moerser Straße biete sich zwar an, gleichwohl müsse man auf den Grundstückspreis gucken und eventuell prüfen, ob nicht entlang der Moerser Straße Richtung Büderich ebenfalls und günstiger gekauft werden könne.