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IHK vermittelt behinderten Azubi an Meerbuscher Agentur

IHK vermittelt behinderten Azubi : Der neue Kollege ist behindert – na und?

Der IHK-Inklusionsberater verhilft Meerbuscher Agenturchefin zum Auszubildenden.

(RP) Für Tanja Schantz ist der Name ihrer Online-Marketing-Agentur Programm – mit „yourschantz“ möchte sie in erster Linie die Chancen ihrer Kunden mithilfe eines durchdachten Auftritts im Internet und in den Sozialen Medien verbessern. Darüber hinaus hat sie jetzt aber auch einem jungen Mann mit Behinderung eine Chance gegeben. Nämlich die, in ihrer Meerbuscher Agentur eine Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print zu machen.

Geholfen hat ihr dabei die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein – genauer gesagt der Inklusionsberater der IHK-Ausbildungs-GmbH, Alfred Wagner – sowie das LVR-Inklusionsamt und die Agentur für Arbeit in Essen.

„Hätte ich den Service von Herrn Wagner nicht gehabt, hätte ich sicher immer noch keinen Azubi“, sagt Tanja Schantz. Umso glücklicher ist sie, mit Fabian Juchniewski auch noch einen „äußerst kreativen und engagierten“ Auszubildenden an ihrer Seite zu haben.

Denn der 25-Jährige arbeitet bereits selbstständig und ist eine große Hilfe für das jetzt Zwei-Mann-Unternehmen.

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„Aus Erfahrung kann ich bestätigen, dass gerade Menschen mit Behinderungen zu den motivierten Mitarbeitern gehören“, sagt Wagner. „Auf dieses Potenzial in Zeiten des Fachkräftemangels zu verzichten, bedeutet für Unternehmen, eine Chance auf hochqualifizierte Mitarbeiter zu verpassen.“ Der IHK-Fachberater kümmert sich um die betriebliche Inklusion von Menschen mit Behinderung und unterstützt Unternehmen bei allen Fragen rund um das Thema. „Trotz ihrer Beeinträchtigungen sind viele Betroffene hochmotiviert und beruflich voll leistungsfähig“, sagt Wagner.

So wie Fabian Juchniewski. Er freut sich, dass seine Chefin ihm schon jetzt viel zutraut und ihm Aufträge wie die Gestaltung von Flyern und Visitenkarten überträgt. „Der bürokratische Mehraufwand – bei dem uns Alfred Wagner unterstützt – hat sich komplett gelohnt“, schwärmt Tanja Schantz von ihrem Azubi. Sie ist so zufrieden, dass sie darüber nachdenkt, einen weiteren Auszubildenden einzustellen, dann allerdings als Grafiker – aber wenn es sich anbietet gerne auch wieder einen jungen Menschen mit Behinderung.