Neue Hauptwache für die Meerbuscher Feuerwehr

Politik stellt Weichen für Neubau der Hauptwache : Pläne für Feuerwache immer konkreter

In der nächsten Woche stellt die Politik die Weichen für einen Neubau der Hauptwache. Gleichzeitig wird überlegt, auch für den Löschzug Osterath neu zu bauen, bevor die Wache an der Insterburger Straße aufwendig saniert wird.

Es wird immer klarer: Meerbusch braucht eine neue Hauptfeuerwache – und bekommt sie offenbar auch. Denn die Gespräche werden immer konkreter. Zwar ist das Grundstück, das an der Moerser Straße/Ecke Forststraße in Frage kommt, noch nicht gekauft, aber eine grobe Vorab-Genehmigung von Seiten der Bezirksregierung habe es schon gegeben, heißt es in der Vorlage für die zweite Sitzung des Sonderausschusses Feuerwehr (Dienstag, 9. April, 17 Uhr, Sitzungssaal Erwin-Heerich-Haus, Neusser Feldweg in Bovert).

Veränderung der Anfahrtszeiten zum Einsatzort. Foto: Quelle: Feuerwehr Meerbusch | Grafik: maps4news, Alicia Podtschaske

In dieser Vorlage, die dann zwei Tage später genauso im Rat verabschiedet werden soll, heißt es: „Der Sonderausschuss empfiehlt dem Rat, die Verwaltung zu beauftragen, Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer zum Erwerb des Grundstücks aufzunehmen.“ Außerdem soll die Verwaltung ein auf den Bau von Feuerwachen spezialisiertes Planungsbüro bitten, ein Raumprogramm als Grundlage für einen Architektenwettbewerb für einen wirtschaftlichen Neubau einer Feuer- und Rettungswache zu erarbeiten.

Noch ist die Hauptwache der Wehr an der Insterburger Straße. Dort könnte der Löschzug einziehen. Vorher muss aber saniert werden. Oder für den Löschzug wird auch gleich etwas Neues gebaut. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Auch eine Kostenschätzung soll ermittelt werden. Zurzeit gehen alle davon aus, dass der Neubau rund zehn Millionen Euro kosten wird. Aber: Darin ist noch nicht der Umzug des Löschzugs von der Hochstraße an die Insterburger Straße, in die jetzige Hauptwache enthalten. Zumal ja auch noch gar nicht feststeht, ob es diesen Umzug überhaupt gibt. Denn die jetzige Hauptwache (Baujahr 1983) ist ziemlich marode und müsste ebenfalls für einen Millionenbeitrag umfassend saniert werden. Ob dann nicht direkt ein weiterer Neubau sinnvoller wäre? Auch darüber wird diskutiert.

Darum geht es: Die Feuerwehr braucht manchmal relativ lange, um zu einem Einsatz zu gelangen (s. Grafik links). Mit einem Standort, der zentraler in der Mitte der zerteilten Stadt Meerbusch liegt, könnte die Feuerwehr oft in der Hälfte der Zeit am Brandort sein.

Der Neubau Die Mitte von Meerbusch ist ungefähr an der Kreuzung Bergfeld aus Richtung Büderich am Haus Meer vorbei. Rechts geht es nach Langst-Kierst. Auf beiden Seiten sind große unbebaute Flächen, die auf der westlichen Seite wäre der Favorit. Das Grundstück ist in Privatbesitz eines Landwirts und soll angekauft werden. Dort könnte die Meerbuscher Feuerwehr nach vielen Jahren des Provisoriums endlich eine neue, moderne Wache bauen. Ohne Schimmel an den Decken, ohne umständliche Wege in den Keller, aus dem Keller. Mit klaren Anfahrtsmöglichkeiten für die Freiwilligen Feuerwehrleute, die zur Anfahrt in ihren Privatautos nicht an den Ampelkreuzungen im Stau stehen.

Der Status quo Die Hauptwache an der Insterburger Straße, das ist seit Jahren bekannt, liegt nicht ideal. Außerdem könnte es sein, dass rund um dieses Areal städteplanerisch demnächst etwas passiert. Das jetzige Tankstellengelände könnte überplant werden, ebenso dann das dahinter liegende Grundstück, auf dem jetzt noch die Hauptwache ist.

Der Blick an die Hochstraße Dort ist jetzt noch der Löschzug Osterath untergebracht, soll aber umziehen, wenn die Bahnunterführung fertig ist. Aus dem Gelände rund um Hochstraße und Barbara-Gerretz-Schule soll ein neues Wohngebiet vor allem für Ältere werden. Also braucht der Löschzug ein neues Gebäude. Außer: Alles bleibt, wie es ist. Der Löschzug bleibt an der Hochstraße, das Gebäude wird modernisiert, die Schule wird zu einem Bürgerhaus, das Wohngebiet gestrichen. Alternative: Der Löschzug kommt gleich an einen ganz anderen Platz in Osterath, und der Bürgersaal, der ja auch schon in der Vorbereitung ist, wird direkt dazu gebaut. Dann könnte das Grundstück an der Insterburger Straße vielleicht lukrativ an einen Projekt­entwickler verkauft werden, der dort mitsamt Tankstellengelände etwas bauen will – egal, ob Geschäfte oder Wohnen. Oder beides. Investoren gibt es für beide Segmente.

Wie geht es weiter? Wenn die Politik sowohl im Sonderausschuss am 9. April als auch im Rat am 11. April den Planungsbeschluss fällt, werden Verhandlungen zum Kauf des Grundstücks aufgenommen.

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