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Schöner Wohnen in Osterath - aber erst in vier Jahren

Wohnen rund um die alte Schule : Wohnquartier im Herzen von Osterath

Zwischen Barbara-Gerretz-Schule, Feuerwache und Hochstraße entstehen barrierefreie Wohnhäuser rund um einen zentralen Platz. Zurzeit wird der Bebauungsplan vorbereitet. Baustart könnte im Jahr 2020 sein.

Das neue Wohnquartier im Herzen von Osterath nimmt Konturen an. Das Areal östlich der Barbara-Gerretz-Schule bis zur Hochstraße soll neu entwickelt werden, wobei die alte Bebauung entlang der Hochstraße inklusive der Volkshochschule unverändert bleibt.

„In einem der letzten innerörtlichen Entwicklungsgebiete von Osterath soll vorrangig die Nachfrage nach Geschosswohnen gedeckt werden“ , so der Ratsbeschluss von 2017. Denkbar seien sowohl frei finanzierte als auch öffentlich geförderte Wohneinheiten. Gemäß eines früheren Ratsbeschlusses sollen bei der Entwicklung von städtischen Flächen 30 Prozent der Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau errichtet werden. „Die Bebauung wird in drei Schritten realisiert“, sagt der Technische Beigeordnete Michael Assenmacher. In seinem Dezernat wird zurzeit der Bebauungsplan erarbeitet, auf dessen Grundlage Anfang nächsten Jahres ein Investoren- und Architektenwettbewerb für den ersten Abschnitt stattfinden soll.

Es handelt sich dabei um das Grundstück der Barbara-Gerretz-Schule und eines Teils des Schulhofs, wo vier größere dreigeschossige Wohngebäude geplant sind. Das alte Schulgebäude von 1904 bleibt zum großen Teil erhalten, wird saniert und in Wohnungen unterteilt.  Die neuen barrierefreien Wohnhäuser sollen als Stadtvillen mit Wohnungen unterschiedlicher Größe gebaut werden. „Daher können wir heute noch nicht genau sagen, wie viele Wohneinheiten entstehen werden“, sagt Assenmacher.

Er schätzt, dass rund 75 Wohnungen im ersten Bauabschnitt realisiert werden. Der andere Teil des Schulhofs unter den Platanen soll zu einem zentralen Quartiersplatz werden, an dem sich die Menschen treffen und kommunizieren können. Eine Boulebahn, Tischtennisplatten und ein bodengleiches Wasserspiel soll die Aufenthaltsqualität erhöhen. „Mit den Ergebnissen des Investorenwettbewerbs rechnen wir im Sommer 2019“, sagt der Dezernent. Nach den Sommerferien 2019 könne das Areal an den Gewinner verkauft werden, der dann 2020 mit Baumaßnahmen beginnen könne.

Bei dem zweiten Bauabschnitt handelt es sich um das Gelände der Feuerwehr, wobei der Steigerturm als Landmarke erhalten bleiben wird. Umziehen wird die Feuerwehr allerdings erst, wenn die Untertunnelung der Bahngleise fertig ist. „Wir rechnen mit 2023“, so Assenmacher. Dann könne die Feuerwache an die Insterburger Straße ziehen, wo heute schon die städtische Rettungswache ihren Sitz hat. Nach Abriss der Feuerwehrgebäude ließen sich vier weitere Stadtvillen mit 50 Wohnungen realisieren, schätzen die Planer. Privat- und Gemeinschaftsgärten (Stichwort „Urbanfarming“) runden das Areal ab, das weitgehend von Autoverkehr frei gehalten werden soll. Zwei Grünachsen  für Fußgänger und Radfahrer von West nach Ost (bis zum Bahnhof) und Nord nach Süd (ins Zentrum) sollen das Gebiet erschließen. Für Pkw-Nutzer sind Tiefgaragen geplant. Für Radfahrer soll es Fahrradbügel an verschiedenen Stellen geben. An der Fröbelstraße könnte sogar eine Car-Sharing-Station installiert werden.

Im Innenbereich hinter der Bebauung entlang der Hochstraße sind weitere Häuser möglich. Auf diesen dritten Bauabschnitt hat die Stadt jedoch wenig Einfluss, da es sich um Privatgrundstücke handelt. „Wir geben den Eigentümern mit dem Bebauungsplan die Möglichkeit, in den relativ großen Gärten zu bauen“, erklärt Assenmacher. Diese müssen aber nicht sofort bauen. Theoretisch könne jedoch der erste sofort nachdem der Bebauungsplan rechtskräftig sei, mit einem Hausbau beginnen. Je nach Größe der Häuser seien hier bis zu 26 Wohneinheiten rechtlich zulässig.