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Meerbusch: Kantor von der Waterkant

Meerbusch : Kantor von der Waterkant

Eineinhalb Jahre mussten die Büdericher warten, nun gibt Ingo Hoesch der Musik in der Bethlehem- und Christuskirche ein neues Gesicht. Mit dem katholischen Kantor Johannes Maria Strauss will er "Meerbusch rocken".

Im Leben von Ingo Hoesch gibt es —geografisch gesehen — zwei Konstanten: Meerbusch und Norddeutschland. In Meernähe wuchs er auf und verbrachte nach Abschluss seiner Musikausbildung zehn Jahre als Kantor im Kirchenkreis Wesermünde-Nord. Zum Studium verschlug es ihn nach Meerbusch. Dort wohnte er und pendelte zur Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Jetzt ist er seit drei Wochen wieder in Büderich zu Hause.

Eineinhalb Jahre lang ist die Stelle des Kantors unbesetzt gewesen. Für die Chöre war das nicht immer einfach. "Ich bin glücklich, wieder hier zu sein", sagt der 39-Jährige und lacht. Die Begeisterung für seinen Beruf ist ihm sofort anzumerken. Für die Büdericher Gemeinde hat er viel vor: "Das Weihnachtsoratorium würde ich sehr gerne aufführen. Der Chor und ich müssen sich allerdings erst einmal aufeinander einstellen." Mit dem Gospelchor Choropax will er eine Gospelmesse aus der Feder eines amerikanischen Komponisten einstudieren. Die finanzielle Unterstützung soll mit Hilfe eines Fördervereins sicher gestellt werden. Denn ein Kantor bekommt nur ein begrenztes Budget zur Verfügung gestellt, das für größere Produktionen oft nicht ausreicht. "Außerdem werde ich Kontakt zur Düsseldorfer Musikhochschule und den Musikschulen aufnehmen", sagt Hoesch. Besonders die Studenten will er in seine Konzertpläne einbinden. "Die haben fast immer Lust zu solchen Projekten", weiß er aus Erfahrung.

Mit dem Kantor der katholischen Kirchengemeinde St. Mauritius und Heilig Geist, Johannes Maria Strauss, ist er schon seit Studententagen befreundet. "Während meines Studiums habe ich viele Orgeldienste an der katholischen Kirche in Büderich übernommen. Denn die Stelle war damals vakant", erinnert sich Hoesch. Schließlich wurde Strauss neuer Kantor und ermöglichte Hoesch weiterhin Orgelkonzerte. Die beiden Kirchenmusiker sind nun über Gemeinschaftsprojekte im Gespräch und wollen "Meerbusch rocken", wie zum Beispiel mit "Swinging Christmas". "Ich kann mir vorstellen, dass wir das auch ökumenisch ausweiten", ergänzt Hoesch. Ihm liegt die moderne Musik am Herzen. Das will er auch durch seinen Orgelunterricht zeigen. "Die Orgel muss nicht altbacken wirken. Ich will sie in Meerbusch belebt und beliebt machen."

Auch das Bewerbungsverfahren verlief eher locker. "Ingo Hoesch brachte mir seine Unterlagen ins Hotel, als ich gerade in Cuxhaven Urlaub machte", sagt Pfarrer Wilfried Pahlke. Man sei sich gleich sympathisch gewesen.

(RP)