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Meerbusch: Junge Stadt voller Denkmäler

Meerbusch : Junge Stadt voller Denkmäler

In Meerbusch stehen 158 Bau- und fünf Bodendenkmäler unter besonderem Schutz. Viele historische Bauten sind öffentlich kaum bekannt. Die Rheinische Post stellt ausgewählte Objekte in einer Serie vor.

als eigenständige Stadt ist zwar gerade mal 42 Jahre jung, doch die Wurzeln der einzelnen Stadtteile reichen bis weit ins frühe Mittelalter zurück. Der Umgang mit Denkmälern ist in der Stadt im Grünen ein großes Thema.

Doch während praktisch jeder Denkmäler wie Haus Meer oder den Lanker Wasserturm kennt, sind viele andere geschützte Objekte weitgehend unbekannt. Die RP wird in den kommenden Wochen interessante Einträge aus der Meerbuscher Denkmalliste in einer Artikelserie vorstellen. Die Liste der Stadt umfasst immerhin 158 Bau- und fünf Bodendenkmäler aus der Zeit vom Mittelalter bis 1950.

Römer zogen durch Büderich

Das Areal des heutigen Meerbusch war schon zur Römerzeit ein wichtiges Durchzugsgebiet zwischen den Kastellen in Gellep und Neuss. Die Düsseldorfer- und Moerser Straße folgt einer römischen Handelsroute. Welches das älteste Denkmal Meerbuschs ist, ist nicht ganz klar: Die St. Pankratius-Kapelle in Ossum kann ein Mittelschiff aus dem 11. Jahrhundert vorweisen: das älteste original erhaltene Meerbuscher Kirchenschiff — aus einem Meter dickem Eifeler Tuffstein.

Als in Ossum der Grundstein gelegt wurde, stand im Zentrum von Lank-Latum wohl schon seit Jahrhunderten ein — für die damalige Zeit ungewöhnlich großes — Gotteshaus. Eine erste Saalkirche wurde dort in den Jahren nach 800 errichtet. Der Heimatkreis Lank will die Grundmauern zweier Vorgängerkirchen von St. Stephanus nun sichtbar machen lassen. Möglicherweise ist ein Vorgängerbau von Haus Meer sogar noch älter. Das 1166 gegründete ehemalige Kloster könnte an der Stelle eines römischen Landgutes stehen. Haus Meer wäre dann das älteste Denkmal der Stadt.

Ein Gebäudetyp, um dessen Erhalt sich die Kommune besonders bemüht, sind die alten Mühlen. Unter Schutz stehen die Osterather Turmwindmühle von 1889 an der Willicher Straße, die Teloy-Mühle (von 1820/30) in Lank und die ehemalige Heidbergmühle (1751/52) an der Nierster Straße, von der ein mehrgeschossiger Mühlenstumpf übrig ist. Das Gebäude des heutigen Buch- und Kunstkabinetts Mönter in Osterath beherbergte früher eine Dampfmühle.

Das Industriezeitalter hat auf der Denkmalliste einige Spuren hinterlassen. Auf dem Büdericher Böhlergelände stehen beispielsweise fünf Objekte unter Schutz: vom spitz zulaufenden Luftschutzbunker von 1938 bis zum markanten Wasserturm mit Uhr, der das Gelände überragt.

(RP/rl)