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Meerbusch: Frischer Wind für Osterath

Meerbusch : Frischer Wind für Osterath

An der Meerbuscher Straße stehen reihenweise Geschäfte leer. Der Werbe- und Interessenring (WIR) will reagieren. Der neue Vorsitzende hofft, dass die 45 Mitglieder gemeinsam etwas erreichen können.

Die sprichwörtlichen dunklen Wolken hingen gestern auch ganz real über Osterath. Der Stadtteil hat schon lange vor der Eröffnung des geplanten Ostara-Frischemarkts ein massives Leerstands-Problem beim Handel. Deutlich wird das auf der Meerbuscher Straße im Ortskern, wo acht Lokale zum Teil seit Monaten mit verklebten Schaufenstern auf neue Mieter warten.

Für frischen Wind im Stadtteil will der neue Vorsitzende des Werbe- und Interessenrings (WIR) sorgen. Anwalt Jörg Kroes kennt die Probleme, die zum Geschäfte-Sterben führen, bestens. Und er sieht weitere Schwierigkeiten auf den Stadtteil zukommen, etwa durch den anstehenden Generationswechsel bei diversen Geschäften, deren Inhaber allerdings keine geeigneten Nachfolger finden.

Was tun? Kroes will bei der Bekanntheit der örtlichen Geschäfte ansetzen. "Viele Meerbuscher — und auch Osterather — wissen gar nicht, was im Ort alles angeboten wird", so Kroes — und dann werde auswärts eingekauft, obwohl man viele Angebote auch im Ort habe. Außerdem gebe es in Osterath eine ganze Reihe von Alleinstellungsmerkmalen: angefangen beim einzigen Ford-Autohaus der Stadt (Panhuis) bis zum regional bekannten Sri-Lanka-Restaurant Colombo. Wichtig sei, dass die Geschäftsleute (45 sind im Werbering organisiert) an einem Strang zögen und Aktionen mit dem Ring absprächen. Daran habe es in der Vergangenheit gehapert, etwa bei der Erstellung des Bonushefts "Osterath-Geber".

Von der Stadt erwartet Kroes nichts: Mehr als potenzielle Interessenten für leerstehende Läden anrufen, könne die örtliche Wirtschaftsförderung auch nicht. Andere WIR-Mitglieder sind da optimistischer und hoffen immer noch, dass die Stadt es vielleicht doch schafft, neue Mieter — gerade auch für kleine Ladenlokale — zu gewinnen.

Zumindest ist es Kroes schon einmal gelungen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Osterath zu lenken: Als er in der RP forderte, die Meerbuscher Straße wieder durchgehend für den Verkehr zu öffnen. Zurzeit werden Autofahrer auf dem Weg in den Ortskern nach den Bahngleisen auf einen Umweg über einen Kreisverkehr geschickt. Bessere Erreichbarkeit des Ortskerns könnte zu mehr Verkehr und — so Kroes Rechnung — Rechnung, zu mehr Kundschaft führen. Denn Parkplätze gebe es an der Meerbuscher Straße nun mal reichlich — und alle seien kostenlos.

Ein Leerstand wird in Kürze beendet: In Räume an der Meerbuscher Straße 54 zieht demnächst ein Massagestudio.

(RP)