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Meerbusch: Auch im Ruhestand "kirmesverrückt"

Meerbusch : Auch im Ruhestand "kirmesverrückt"

Ein KaffEe mit Dieter Bayerlein

"Dürfen wir Sie auf eine Tasse Kaffee einladen", fragt die RP jede Woche. Jetzt erzählte Dieter Bayerlein, dass seine Begeisterung für die Kirmes auch im Ruhestand anhält.

Dass Dieter Bayerlein im Büdericher Eiscafé sitzt und einen Kaffee trinkt, ist eher außergewöhnlich. Denn der pensionierte Polizeihauptkommissar lässt sich in der Aufbauphase der Großen Kirmes in Düsseldorf auf den Rheinwiesen nichts entgehen. "Ich muss von Zeit zu Zeit nachsehen, wie es voran geht", erzählt der 63-Jährige lachend.

Über 25 Jahre hat er für die Altstadtwache Düsseldorf die Kirmes-Organisation geleitet und sagt heute: "Ich bin immer noch ein bisschen verrückt nach der Kirmes." Das wissen auch seine Kollegen, die früher unter seiner Leitung beim Aufbau dabei waren. Denn im "Polizei-Dorf" auf den Rheinwiesen prangt seit zwei Jahren zur Kirmeszeit das Schild "Dieter-Bayerlein-Platz". Ein Duplikat davon steht im Garten in Strümp.

An dem Kirmestreiben selbst nimmt Dieter Bayerlein jetzt nur noch ab und zu teil. Die meisten Fahrgeschäfte hat er sich auch früher lieber von außen angesehen: "Mit dem Riesenrad oder der Krinoline bin ich schon mal mitgefahren." Und er erzählt schmunzelnd: "Das schönste Fahrgeschäft ist das Füchschen-Zelt und auch eine Bratwurst gehört für mich zu einem Kirmesbesuch."

Er ist Ehrenmitglied der Kirmesverwaltung und wird mit seiner Frau Erika bei der Eröffnungsveranstaltung am Samstag und beim Gäste-Empfang am Dienstag dabei sein. Der Polizeihauptkommissar i. R. hat schon häufiger auf den Gäste-Vogel geschossen, aber nur einen Flügel getroffen. Und das bewusst: "Es gibt genug Promis, die Gäste-König werden wollen." Aber das Feuerwerk vor Kirmesabschluss lässt er sich nicht entgehen: "Das können wir uns in aller Ruhe bequem von reservierten Plätzen aus ansehen." Manchmal denkt Bayerlein an den Dienst auf der Festwiese: "Wir waren immer sehr wachsam. Einmal haben wir einen Mann beobachtet, der etwas unter dem Mantel versteckte. Er hatte ein Gewehr am Schießstand gestohlen."

Obwohl diese Aufgaben für den Träger der Ehrennadel "Goldene Mösch" des St. Sebastianus-Schützenvereins Düsseldorf jetzt wegfallen, hat er keine Langeweile. Mit seiner Frau geht er oft auf Reisen, häufig mit dem Wohnwagen nach Frankreich, in die Schweiz oder in das Elsaß. Außerdem kümmern sich die Bayerleins gern um ihre drei Enkelkinder. Und auch als Schatzmeister des St. Martins-Komitee Strümp hat Dieter Bayerlein viel zu tun: "Ich muss mich um die Finanzen kümmern." Aber nicht nur das. Er gehört dem Komitee seit rund 26 Jahren an und ist zehn Jahre im Vorstand: "In diesem Jahr feiern wir das 100-jährige Bestehen. Da gibt es viel zu organisieren."

Doch jetzt freut er sich erst einmal auf die Große Kirmes: "Mal sehen, was es dort Neues gibt", sagt er und nimmt den letzten Schluck Kaffee.

(RP)