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Meerbusch: Haus Meer: Kämmerer bremst

Meerbusch : Haus Meer: Kämmerer bremst

Helmut Fiebig hat in dem Entwurf für den städtischen Etat 2012 alle Positionen in Bezug auf das Denkmal in Büderich auf Null gesetzt. Die Kulturpolitiker setzten nun 15 000 Euro für den Förderverein durch.

Roland Agne ist seit mehr als einem Jahrzehnt Eigentümer des früheren Klosterareals Haus Meer in Büderich. Das historische Gelände ist inzwischen ein Gesamtdenkmal von nationalem Rang. Für den Erhalt des Denkmals ist der Eigentümer verantwortlich. Agne lehnte es jedoch bislang ab, den Verfall von Remise, Immunitätsmauer, Teehäuschen und Eiskeller zu stoppen sowie für die Pflege des Parks von Joseph Clemens Weyhe zu sorgen.

Die Stadt musste sogar mit einer so genannten Ersatzvornahme die Substanz der früheren Schlossremise schützen. Beim Versuch, das Geld von Agne zurückzuholen, landeten beide Parteien vor Gericht. Am Ende zahlte Agne doch. Inzwischen sind aber auch der Eiskeller und Immunitätsmauer in ihrem Bestand gefährdet.

Kämmerer Helmut Fiebig hat in seinem Entwurf des städtischen Haushalts für 2012 alle Positionen für Haus Meer auf Null gesetzt. Nicht zuletzt, weil er in einer Förderung vor dem geschilderten Hintergrund auch rechtliche Probleme sieht. Der Jurist und FDP-Ratsherr Jörg Schleifer erklärte in einem Pressegespräch in Osterath, dass auch er die rechtliche Lage für kompliziert hält. Darf die Kommune Steuergelder zu Agnes Gunsten einsetzen, ohne womöglich wiederrechtlich zu handeln?

Denkmalförderung sei eine kommunale Aufgabe, erklärte Schleifer. Andere Eigentümer würden ebenfalls städtische Mittel für Sanierung und Restaurierung erhalten, sagte er. Die - und das ist der Unterschied - nehmen jedoch erhebliche Eigenmittel in die Hand. Das tut Agne nicht. Der beruft sich darauf, dass ihm eine wirtschaftliche Nutzung des Denkmals möglich sein muss. Dies habe ihm die Stadt bislang verwehrt.

Das könnte sich allerdings jetzt ändern. Am 8. Dezember tagt der Arbeitskreis Haus Meer. Dann will ein potenzieller Investor seine Pläne mit einer Power-Point-Präsentation vorstellen, um auf dem Grundstück Haus Meer ein Edel-Hotel zu bauen und zu betreiben, erklärte Meerbuschs technischer Dezernent Just Gérard in der Sitzung des Kulturausschusses.

Die Politik beschloss darüber hinaus mehrheitlich, 15 000 Euro für den Förderverein Haus Meer in den Etat aufzunehmen, damit er sich weiter um die Pflege des Parks und die Denkmäler kümmern kann. Die FDP wollte sogar 30 000 Euro vorsehen, weil sich der Förderverein in 2012 Arbeiten für 65 000 Euro vorgenommen habe, erklärte Schleifer. Wenn man ein Projekt direkt nicht fördern dürfe, dann gebe man das Geld einem Förderverein, kommentierte Franz-Josef Radmacher (CDU) solche Gepflogenheiten in einem anderen Zusammenhang.

(jco)