Equanimeous St. Brown ist bei den Green Bay Packers im Stammkader

Erste Saison in der NFL : „EQ“ hat sich in der NFL etabliert

Obwohl die Green Bay Packers derzeit in einer schwierigen sportlichen Phase stecken, geht es für Equanimeous St. Brown bergauf. Er hat sich einen Platz in der Startaufstellung erarbeitet und sich an das Leben als Football-Profi gewöhnt.

Für Equanimeous St. Brown läuft sein erstes Jahr in der US-Profi-Football-Liga NFL bislag deutlich besser als für sein Team. Der junge Wide Receiver mit Leverkusener Wurzeln hat sich als Neuling inzwischen einen Platz in der Startaufstellung erarbeitet. Aber trotz des Trainerwechsels und eines Siegs am vergangenen Wochenende gegen die Atlanta Falcons (34:20) werden seine Green Bay Packers die Play-offs wohl verpassen. „Wir versuchen natürlich alles, aber es ist so gut wie nicht mehr machbar. Wir haben einfach zu viele Spiele verloren“, gibt sich „EQ“ realistisch.

Deutlich zufriedener ist er mit seiner eigenen Entwicklung. In zehn von 13 Saisonspielen war er im Einsatz, in neun davon als Receiver (eines im Special Team) und fing dabei 15 Pässe für insgesamt 227 Yards Raumgewinn. Und auch der erste Touchdown wird ihm irgendwann gelingen. Wie er den zelebriert, hat er sich noch nicht überlegt. „Aber wenn es soweit ist, wird mir schon was einfallen“, ist der Footballer überzeugt.

Was vielleicht noch wichtiger ist als die erfreulichen Zahlen: Die Stars der Packers wie Quarterback Aaron Rodgers oder Receiver-Kollege Davante Adams halten große Stücke auf den 22-Jährigen – und nehmen ihn auch mal in Schutz, wenn er sich als Neuling einen kleinen Fehler leistet. „Das finde ich toll. Denn das hilft, Selbstvertrauen aufzubauen“, betont er.

Mit „Arod“ ist der Kontakt meist dienstlich. „Wir unterhalten uns zu 95 Prozent über Football – meistens über Spielzüge“, verrät St. Brown. Privat hat er mehr mit Rodgers‘ Ersatzmann zu tun, seinem Freund aus College-Tagen und neuen Nachbarn DeShone Kizer, neben dem er ein Townhouse bezogen hat. Auch unter den Receivern gibt es bei aller Rivalität abseits des Spielfelds einigen Kontakt. „Ab und zu treffen wir uns alle in Randall Cobbs Haus,essen gemeinsam und schauen Football“, sagt „EQ“. Und Thanksgiving feierte er wegen eines Spiels am gleichen Wochenende diesmal nicht daheim in Kalifornien, sondern war bei Mit-Rookie Marquez Valdes-Scantling zum gemütlichen Abendessen eingeladen.

Familienmensch Equanimeous genießt die in der Saison seltenen Momente, wenn er seine Verwandtschaft sehen kann. Seine Eltern und Onkel Mike Steyer waren schon in Green Bay zu Besuch und Mutter Miriam hat sogar beim Einrichten des Hauses mitgeholfen. Das Auswärtsspiel bei den New England Patroits nutzte der deutsch-amerikanische Steyer/St. Brown-Clan zu einem kleinen Familientreffen bei Onkel Mike in Boston. Das freute dessen Sohn Diego ganz besonders, der ein glühender Verehrer seines Onkels ist und seine ganze Schulklasse mit Autogrammen versorgte. „EQ“ hatte sichtlich Spaß beim Akkordsignieren von Fotos und Bällen. Das war schließlich auch so etwas wie sportliche Missionarsarbeit mitten im Kernland der Patriots-Fangemeinde.

Seine neue Heimat Green Bay am Lake Michigan hat St. Brown seit dem Sommer schnell schätzen und lieben gelernt: „Die Stadt gefällt mir sehr. Es ist überschaubar und recht ruhig.“ Im Winter sei es allerdings zum Teil auch ziemlich kalt. „Aber das kenne ich ja von Notre Dame“, erzählt der gebürtige Kalifornier angesichts seiner College-Erfahrungen im winterkalten Indiana.

Obwohl er sich in Kalifornien wie jetzt auch in Wisconsin zu Hause fühlt, hat EQ Deutschland nicht vergessen – und hier natürlich besonders Leverkusen-Hitdorf, wo seine Mutter herkommt und er früher die Sommer bei den Großeltern verbrachte. Für seine Freunde dort und alle deutschen Fans wünscht sich St. Brown, dass es möglichst bald zu einem International Game der NFL in Deutschland kommt – natürlich am liebsten mit Beteiligung von „EQ“ und seinen Green Bay Packers.

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