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Prinzen-Empfang der Rheinischen Post für Leverkusener Karnevalisten

In der Zentrale der Rheinischen Post : Putzmuntere Polonaise zum Prinzen-Empfang

Die Alaaf-Abordnungen aus Leverkusen und Leichlingen mischten bei der Karnevalssause im Düsseldorfer RP-Haus kräftig mit.

Matthias I. fühlte sich am Dienstagmittag ein bisschen nackt. Obenrum. Also ganz oben, da, wo auf seiner Kopfbedeckung sonst drei Federn wippen, wippte im Foyer des Düsseldorfer RP-Hauses nichts. Der Leichlinger Prinz stand erstmal ohne Federn da. Horst aber, die gute Seele, eigentlich Standartenträger und Fahrer des Prinzenpaares, schritt zur Tat, besser gesagt zum Auto, holte die Federn. Im Nu war der Prinz wieder vollständig und marschierte mit seiner Ann-Kathrin I. in den Saal zu weiteren feder- und samtgeschmückten Tollitäten.

Öko-Bauer und Küken hatten zum RP-Prinzenempfang geladen und die Prinzenpaare, Dreigestirne und Gefolge hatten sich von Moritz Döbler, seines Zeichens Neu-Chefredakteur und Neu-Karnevalist in Personalunion und Bauern-Kostümträger, und Horst Thoren, stellvertretender Chefredakteur und beim Empfang putziges gelbes Küken, nicht lange bitten lassen. Motto der beiden Gastgeber, die zeitweise durch Herausgeber Florian Merz-Betz zum Trio komplettiert wurden: „Küken schreddern? Bei Euch piept’s wohl.“

Die Hitdorfer kamen extra mit „etwas weniger Personal“, damit das Helau-Land nicht mit zu viel Alaaf überschwemmt wird, scherzte die Truppe vom Rhein. Foto: Ludmilla Hauser

 In die Helau-Region wagte sich neben den Leichlinger Alaaf-Anhängern auch, und das hat Tradition, das Hitdorfer Dreigestirn – Prinz Heinz II., Bauer Frank und Jungfrau Christiane samt der sympathischen Abordnung der Hitdorfer Fährgarde und der KG Hetdörper Mädche un Junge um Ehrenpräsident Walter Gerhards. Der war 1994 der erste Prinz von Hitdorf und somit ganz in seinem Element, als er auf der Bühne nicht nur das närrische Personal aus dem Rheinörtchen vorstellte, sondern das Helau-gewohnte Publikum mit einem fröhlichen „Hetdörp Alaaf“ verwöhnte.

Die Polonaise-Truppe aus Lützenkirchen: Prinz Elke II. (mit Federn auf der Kappe) und ihre Entourage sorgten für Stimmung. Foto: Ludmilla Hauser

Eines aber zeigten auch die Reden anderer Tollitäten: Es gibt zwar geografisch eine recht klare Alaaf-Helau-Grenze. Aber an sie halten muss man sich nicht. „Wir Karnevalisten sind doch weltoffen“, konstatierte ein Redner. Und Elke I., ehemals Lützebömmeler Prinz, ging das Helau an passender Stelle doch flott von den Lippen. „Was wollen wir machen?“, fragte sie spitzbübisch.

Die Federn kamen kurz nach dem Leichlinger Prinzen im Foyer an. Er hatte die eleganten Stücke für die Reise nach Düsseldorf sicherheitshalber abgeklemmt. Foto: Ludmilla Hauser

Elke I. gehörte zur 14-köpfigen Entourage um Prinz Elke II. aus Lützenkirchen. Der Verein „Freunde des Holzhausener Karnevals“ besteht aus ehemaligen Karnevalsprinzen. Quasi der Hochadel von Lützenkirchen, der sich beim dritten Stelldichein in der Zentrale der Rheinischen Post als echte Stimmungskanone entpuppte. Die Truppe legte einen fulminanten Einmarsch zur rasanten Titelmelodie von Thomas Gottschalks Sendung „Na sowas“ aus den 1980er Jahren hin. „Wir machen erstmal so eine richtig schöne Schleife durch den Saal“, hatte Ex-Prinz Jörg kurz angekündigt. Moderator Christian Zeelen sah, wie die Holzhausener mit den Füßen scharrten. „Na, dann kommt“, lud Zeelen auf die Bühne ein. Die Polonaise brachte zum Ende des Empfangs nochmal ordentlich Schunkelschwung in den Saal, die Truppe sorgte mit einer Borussia-Mönchengladbach-Fanbrille für Lacher. Und Elke II. mochte nicht die wahren Worte der Vorredner wiederholen. Sie fasste ihre Prinzenrolle in einen schönen Satz: „Mach’ es mit Herz, dann machste es gut.“