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Kurs "Alles inklusive" in Leverkusen für Menschen ohne Job

Schulungsangebot im Kirchenkreis Leverkusen : Fit werden für den Job und fürs Leben

Der Kursus „Alles inklusive“ vermittelt mehr als nur ein Bewerbungstraining. Es geht um neues Selbstbewusstsein.

Die 40-jährige Mutter zweier Kinder war verzweifelt, als die Firma Insolvenz anmeldete, in der sie als Bürokauffrau beschäftigt war. Was folgte, waren Jahre der Arbeitslosigkeit einschließlich Suche nach einem neuen Job. „Ich wurde erst gar nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen. Viele Arbeitgeber dachten wohl, dass eine Mutter mit zwei Kindern nicht zuverlässig arbeiten könnte“, beschrieb Liliana Kaduk. Sie hatte Glück im Unglück und bekam einen Gutschein zur Teilnahme am Kursus „Alles Inklusive“ bei der Beschäftigungsförderung des Diakonisches Werkes im Kirchenkreis Leverkusen. Das alles liegt jetzt mehr als ein Jahr zurück. Inzwischen ist sie beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) angestellt und erkennt zufrieden an: „Ohne diesen Kurs wäre ich nicht das geworden, was ich jetzt bin.“

Peter Pütz ist zuständiger Coach der „Alles Inklusive“-Maßnahme. „Menschen brauchen nicht nur Bewerbungstraining, sondern viel mehr, vor allem neues Selbstbewusstsein nach Jahren der Arbeitslosigkeit“, schilderte er seine Erfahrungen aus der Betreuungsarbeit. Es seien aber nicht nur Langzeitarbeitslose, die Hilfe benötigten, sondern häufig auch junge Menschen ab 18 Jahren, die noch keine Idee hätten, was sie überhaupt wollten. Innerhalb der 18 Wochen dauernden Kurse, bei denen 15 Personen teilnehmen könnten, würden die Menschen nicht nur fit fürs Arbeitsleben gemacht. Vielmehr stehe eine intensive Analyse am Anfang.

Dabei gehe es um Themen wie verbale und nonverbale Kommunikation, äußeres Erscheinen und Wirkung und Kritikfähigkeit, also zahlreiche „Softskills für das normale Leben, und nicht nur für den Arbeitsmarkt“, sagt Pütz. Sobald diese Fragen beantwortet seien, würden neue Perspektiven entwickelt, die nicht unbedingt mit den Tätigkeiten zu tun hätten, denen Betroffene zuvor nachgegangen seien. Pütz dazu: „Wir schauen nicht, was hast du gemacht, sondern, wo willst du hin? Was kannst du noch? Wofür brennst du jetzt? Was ist bei deinen jetzigen Lebensumständen möglich?“ Darüber hinaus helfe die Maßnahme bei weiteren Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Schwerbehinderung, Wohnung, Schulden, Sucht, Kinder oder Ehe, also alles inklusive. Dafür werde das Netzwerk in der Diakonie genutzt.

Nach Schulung und Coaching erfolge grundsätzlich ein Praktikum, das individuell und passgenau für jeden Teilnehmer gesucht werde. Alle drei Bausteine führten in der Regel dazu, dass selbst Leute überaus motiviert seien, die lange nicht mehr gearbeitet hätten. „Wir finden, was Mut macht und funktioniert“, fasste Pütz den Erfolg der Aktivierungsmaßnahme zusammen, in deren Anschluss 80 Prozent aller Teilnehmer ihr Leben nachhaltig verändern würden. Eine von ihnen ist Liliana Kaduk.