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Kreishandwerkerschaft froh über die Rückkehr der Meisterpflicht

Kreishandwerkerschaft : Die Meisterpflicht kehrt zurück

Die Kreishandwerkerschaft freut sich über die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken. 2004 war sie in mehr als 50 Gewerken abgeschafft worden.

Die Kreishandwerkerschaft hat die Nachricht aus Berlin  jubeln lassen: die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken. „Diese Entscheidung wird die Qualität der ausgeführten Arbeiten wieder nach oben korrigieren“, sagt Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land Die Entscheidung sei längst überfällig. Anfang 2020 soll die Regelung in Kraft treten, dann soll die Meisterpflicht – nach 15 Jahren ohne – wieder in folgenden Gewerken eingeführt werden: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Parkettleger, Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Glasveredler, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter und Orgel- und Harmoniumbauer.

Vor fünfzehn Jahren hat die damalige Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder in mehr als 50 Handwerksberufen die Meisterpflicht abgeschafft. „Damit war es zum Beispiel möglich, sich ohne Qualifikationsnachweis als Fliesenleger zu betätigen oder einen Betrieb als Parkettleger oder Raumausstatter zu gründen“, erläutert die Kreishandwerkerschaft. Damals war die Arbeitslosigkeit in Deutschland hoch, mit dem Wegfall der Meisterpflicht sollte dem Rechnung getragen werden. Das Konzept ging quantitativ in jedem Falle auf. Unternehmen schossen in manchem  Gewerk fast wie Pilze aus dem Boden. Beispiel Fliesenleger: 2004 gab es in Deutschland  rund 12000 Betriebe, 2017 waren es mehr als 69.000, nennt die Kreishandwerkerschaft Zahlen. „Viele dieser neuen Betriebe sind solo-selbständig ohne jegliche Berufsqualifikation. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf den Kunden“, betont Marcus Otto. Und wiederum auch aufs Handwerk im Allgemeinen: „Schlechte Arbeit und unzufriedene Kunden belasten das Image.“

Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, sollen beim neuen Gesetz Bestandsschutz erhalten, Insgesamt, sagt CDU-Bundesfraktions-Vizechef Carsten Linnemann, sollen durch die Wiedereinführung mehr Qualität für Kunden und mehr Nachwuchs im Handwerk durch eine bessere Ausbildung gefördert werden.