Langenfelder lüften das Further Moor

Freiwillige im Einsatz : Langenfelder lüften das Further Moor

Rund 50 Bürger halfen am Wochenende, die einzigartige Feuchtheide im Südosten der Stadt zu „entbusseln“.

„Manchmal braucht die Natur menschliche Hilfe“, sagt Moritz Schulze von der Biologischen Station Haus Bürgel.  „Dann kann man auch Naturschutzgebiete nicht sich selbst überlassen.“ So ein Fall ist das Further Moor in Langenfeld, eine einzigartige Feuchtheide. In schönstem Sonnenschein machten sich am Samstagmorgen rund 50 Bürger unter der Anleitung von Moritz Schulze und Elke Löbke von der Biologischen Station in Urdenbach sowie Heike und Michael Hungenberg, Stadtbeauftragte des Naturschutzbunds Langenfeld (Nabu), daran, vier Hektar Heidelandschaft  zu entbusseln, wie es im Fachjargon heißt.  Mit Rechen und Harke entfernten sie Trockengras, Birken- und Fichtenschösslinge, Adlerfarn und Besenginster, damit Torfmoosknabenkraut, Lungen-Enzian, englischer Ginster und fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau Luft und Licht zum Gedeihen haben.

Peter König, aktiver Umweltfreund  aus Langenfeld, genießt den Morgen auf der wunderschönen Lichtung, während der perfekte blaue Himmel sich über Heidelandschaft und Wasserflächen spannt. „Ich mache das hier aus der Liebe zur Natur und um nette Freunde zu treffen“, sagt er. „Außerdem tut mir die Bewegung im Freien gut.“

Unter den Helfern sind an diesem Morgen auch 25 Männer und Frauen, die sich von der Biologischen Station zu aktiven Naturschützern im Ehrenamt ausbilden lassen. Das Further Moor ist der erste Praxiseinsatz. Weitere folgen im Mai, Juli und Oktober. Ausgestattet mit theoretischer Kenntnis machen sie sich begeistert an die Arbeit.

Annabelle Ober aus Düsseldorf hat sich in die Gruppe eingereiht. „Ich habe hier die Gelegenheit, meine Leidenschaft auszuleben und mein Wissen zu vertiefen“, sagt sie. Ihre Leidenschaft gilt der Natur und der frischen Luft, dem Wandern und Vogel-Exkursionen. Jessica Doering hat eine Ausbildung zur Umweltpädagogin gemacht. Sie ist vor allem zum Netzwerken gekommen, weil sie dabei ist, sich in der Kinder- und Erwachsenenbildung selbstständig zu machen. Und dann natürlich auch, weil ihr am Erhalt des Further Moors gelegen ist. Ein bisschen erinnert die auf dem weiten Gelände arbeitende  Gruppe mit ihrem ursprünglichen Handwerkszeug an ein Brueghel-Gemälde.

„Würden wir hier nicht Hand anlegen, wäre die Landschaft bald vom Wald überwuchert und verschwunden“, sagt Moritz Schulze. Doch nicht nur die Menschen verhelfen den seltenen Moor-Schönheiten im Frühling zum Durchbruch. Auch eine Wander-Schafherde von 300 Tieren grast regelmäßig in der freien Moorlandschaft und sichert so den Bestand.

Übrigens ist das Gelände mit seinen seltenen Pflanzen und seinen tierischen Bewohnern normalerweise den Bürgern nicht zugängig. Es werden aber geführte Exkursionen von Haus Bürgel und der Langenfelder Volkshochschule angeboten, sobald es etwas zu schauen gibt. Und dann sind natürlich Helfer an Aktionstagen wie am Samstag willkommen.

Die Naturfreunde haben sich mittlerweile auf Baustämmen niedergelassen. Sie haben Butterbrote und Thermoskannen rausgeholt und genießen das gemeinsame Erlebnis im Freien.

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