Langenfeld zerstört seine Hoffnung selbst

Handball : Langenfeld zerstört seine Hoffnung selbst

Der Aufsteiger zeigte bei der 26:32-Niederlage gegen den VfL Gummersbach II in vielen Phasen keine drittliga-taugliche Leistung.

So kann das einfach nicht reichen. Wie sollte es denn? Der Handball-Drittligist SG Langenfeld (SGL) blieb sich im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach II auf eine schmerzhafte Art sogar selbst treu, denn beim 26:32 (13:15) wusste er einerseits durch seinen Einsatz zu überzeugen. Auf der anderen Seite brauchte der Gegner keine überragende Leistung – sondern nur auf Hilfe durch die Hausherren zu warten, die prompt kam. Vor allem deshalb ging der Aufsteiger, der vor dem Anpfiff noch das Prinzip neue Hoffnung für den Abstiegskampf ausgegeben hatte, leer aus. Jetzt ist wieder ein Spieltag vorbei und es bleiben nur acht weitere Partien, um sechs Punkte Rückstand zum rettenden Ufer aufzuholen Der sichtlich geschaffte Trainer Markus Becker brachte es präzise auf den Punkt: „Das Beste heute ist, dass wir uns nicht hängen gelassen haben. Wir haben gefightet.“ In anderen Bereichen war Langenfeld aber keineswegs drittliga-tauglich.

Beide Seiten geizten lange mit Höhepunkten und die SGL nutzte ihre Chancen mangelhaft. Der freie Wurf von Dominik Jung (7.) und der verworfene Siebenmeter kurz darauf (9.) waren nur Beispiele, die ebenso ins Bild passten wie einige Ballverluste. Gummersbach wirkte cleverer und nutzte zwei Zeitstrafen gegen Langenfeld: Als Maurice Meurer (14.) und Mats Heyde (16.) nacheinander runter mussten, machte der VfL aus dem 5:5 das 9:5 (17.). Kurz darauf hieß es 7:9 (19.) aus der Sicht der Hausherren, als Gäste-Kreisläufer Jonas Stüber in den Mittelpunkt des Geschehens rückte und sich kurz hintereinander zwei Zeitstrafen einfing (20./23.). Als die erste abgelaufen war, stand es 7:11 – und nach der zweiten 8:11. Die Überzahl war demnach ein Minusgeschäft.

Zweiter Punkt: Die SGL blieb bis zur Pause dran und verkürzte dann durch Henrik Heider schnell auf 13:15 (31.). Es folgten aberwitzige fünf Minuten, in denen Langenfeld die Basis für die Niederlage legte. In einer weiteren Überzahl wurde zunächst aus dem 13:16 (32.) ein 14:18 (34.) und Gummersbach nutzte das zunehmende Chaos kühl aus – 14:19 (35.), 14:20 (36.). „Ich kann mir das nicht erklären“, sagte Trainer Becker, „das ist uns ja in dieser Saison nicht zum ersten Mal passiert.“ Es folgte nach einer Auszeit ein verzweifelt wirkendes Nachlaufen, das aber beim 17:25 (42.) eher in ein Debakel zu münden schien. Ein Anflug von Sorglosigkeit beim VfL und der Einsatz der Gastgeber brachten allerdings noch einmal etwas Spannung. Durch fünf Treffer hintereinander verkürzte der Vorletzte auf 22:25 (50.). Wie üblich: Die Hausherren stießen das mit Mühe erreichte gleich wieder um.

Gummersbach brauchte genau 64 Sekunden, um die Partie nach Hause zu bringen. Nach dem 22:26 (50.) verlor die SGL im nächsten Angriff erneut den Ball – 22:27 (51.). Der Rest war Formsache für die Zweite des Traditionsklubs und Langenfeld lieferte weitere exakte Beschreibungen seines Zustands: André Eich (57.) und Dominik Jung (60.) scheiterten jeweils noch bei einem Siebenmeter. Unter dem Strich bot lediglich Linkshänder Henrik Heider mit acht Treffern eine überzeugende Angriffsleistung – zu wenig für einen Sieg, zumal beim VfL in Fynn Herzig und Albon Xhafolli (jeweils neun) sowie Shawn Pauly (sechs) drei Spieler kaum zu stoppen waren.

Langenfeld probierte taktisch alles – beginnend mit der überraschenden defensiven 6:0-Abwehr bis hin zum Wechsel auf eine doppelte Manndeckung gegen Gummersbachs Regisseur Yonatan Dayan (Philipp Wolter) und Rückraumspieler Herzig (Dominik Jung). Vorne gab es viele verschiedene Versuche im Rückraum oder die Variante mit zwei Kreisläufern. Unter dem Strich brachte nichts davon das erhoffte Resultat – was dann sicher auch eine Frage der Qualität ist. Logische Schlussfolgerung: So kann das für die 3. Liga in dieser Saison einfach nicht reichen.

SG Langenfeld: Riebau, Thommessen – Heider (8), Jung (4), Wolter (3), Hüfken, Heyde (2), Schirweit (3), Korbmacher (1), Eich (3/1), Guggenmos, Meurer (2), Fischer.

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