Langenfeld: Jugendherberge: Standortsuche beginnt

Langenfeld : Jugendherberge: Standortsuche beginnt

Die Herberge Burg schließt am 30. September nach 86 Jahren. Die Stadt sieht aber gute Chancen, dass Solingen den Zuschlag für einen Neubau erhält. Konkurrent im Werben um das Deutsche Jugendherbergswerk ist Wuppertal.

Das Ende war schon seit längerer Zeit absehbar. Und dementsprechend hielten sich jetzt auf den Fluren des Solinger Rathauses sowohl die Überraschung als auch die Enttäuschung über die Nachricht aus Düsseldorf zunächst einmal in doch eher engen Grenzen. Wie das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) Rheinland nun mitgeteilt hat, wird die Jugendherberge in Oberburg zum 30. September dieses Jahres endgültig geschlossen - wobei der Verband mit Sitz in der Landeshauptstadt zunächst offen ließ, inwieweit der Standort selbst damit nach fast 86 Jahren ebenfalls Geschichte ist.

In den kommenden acht Monaten werde eine Machbarkeitsstudie erstellt, die klären solle, ob und gegebenenfalls wo eine neue bergische Jugendherberge künftig Sinn mache, sagte eine DJH-Sprecherin. Was die Verantwortlichen in der Klingenstadt ihrerseits in einer ersten Reaktion erst mal als ein positives Signal auffassten. Denn nachdem der demnächst aus seinem Amt ausscheidende Geschäftsführer der rheinischen Jugendherbergen, Friedhelm Kamps, im Gespräch mit unserer Redaktion bereits im Frühjahr erklärt hatte, Solingen besitze durchaus Chancen auf einen Neubau, kamen nun aus der Vorstandssitzung des Verbandes in der zurückliegenden Woche zumindest keine entgegengesetzten Verlautbarungen.

Dabei sind Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie Stadtdirektor Hartmut Hoferichter ziemlich sicher, dass die Klingenstadt am Ende den Zuschlag erhalten wird. Man besitze "gute Argumente", die sich in der anstehenden "Detailprüfung durchsetzen" würden, gibt sich die Solinger Stadtspitze zuversichtlich. Denn immerhin, erklären Kurzbach und Hoferichter mit Blick auf die augenblicklich laufenden umfangreichen Millionen-Investitionen in den Tourismus-Magneten Schloss Burg, besitze eine "Jugendherberge am Standort Solingen-Burg das Potenzial, zu einem Aushängeschild des Herbergswerks zu werden".

Als wohl stärkster Konkurrent im Rennen um den Zuschlag für die künftige bergische Jugendherberge gilt die Stadt Wuppertal, was Solingen indes nicht zu schrecken vermag. "Bei objektiver Prüfung" werde auch das Jugendherbergswerk zu der Erkenntnis gelangen, dass an Burg kein Weg vorbeiführe, hieß es aus dem Rathaus. Zumal das DJH jetzt einmal mehr versicherte, die bergischen Kommunen bei einer Entscheidungsfindung über einen möglichen neuen Jugendherbergs-Standort in der Region beteiligen zu wollen.

Eine Transparenz, an der es das Deutsche Jugendherbergswerk nach dem Dafürhalten vieler in der Vergangenheit das ein oder andere Mal hatte mangeln lassen. So hatte es Geschäftsführer Kamps Anfang des Jahres zunächst abgelehnt, die von bergischen Politikern und Verwaltungschefs unterzeichnete "Burger Resolution" für den Erhalt der Herberge Burg entgegenzunehmen.

Erst später kam es doch noch zu einer Übergabe in den Räumlichkeiten des DJH in Düsseldorf, wo man das Engagement aus der Klingenstadt für die Jugendherberge mittlerweile anscheinend durchaus zu würdigen weiß. Die seit dem Schließungsbeschluss geführte "offene und konstruktive Diskussion" zeuge jedenfalls von einer "tiefen Verwurzelung" und dem "hohen Stellenwert des Herbergswesens in Solingen, vor allem bei der dortigen Stadtspitze", hieß es in der jetzt veröffentlichten Stellungnahme des Verbandes.

(RP)